Ultras Ultra Hooligans Hools

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Ultras Forum

Feb
29

Kaiserslautern: Nazis vs. Itay Shechter

So berichtet der Focus: Rassistische Hooligans des 1. FC Kaiserslautern haben den israelischen Profi Itay Shechter mit Nazi-Rufen beleidigt. Landesvater Beck schämt sich und die Polizei ermittelt. Der Zentralrat der Juden fordert harte Strafen.

Eine Gruppe von Anhängern des Pfälzer Vereins tauchte am Trainingsplatz auf und beschimpfte den israelischen Profi Itay Shechter als „Drecksjuden“. Zudem zeigten sie den Hitlergruß, Shechter sagte dazu: „Ich habe gehört, dass jemand was gerufen hat. Aber ich wollte gar nicht hören, was gerufen wurde.“

Der Verein erklärte, dass die Gruppe von Hooligans bereits seit Langem Stadionverbot habe; trotzdem teilte die Polizei mit, die Rechtsradikalen „aus deeskalierenden Gründen“ nicht vom Gelände verwiesen zu haben. Für Dr. Dieter Graumann, den Präsident des Zentralrats der Juden, ist der den Vorfall nicht nachzuvollziehen

Feb
10

Remember 10. Februar 2007 – heute vor 5 Jahren in Leipzig

Ein Augenzeugebericht von damals:

(…) Wow. Éin geiler Tag seid langen wieder.
Ich versuche mal die Ereignisse des Nachmittages zusammen zu fassen.

Tatort Stadion:
Erste Halbzeit Gesänge und zur Pause Kümmerling im Casino.
Dann wieder raus, weil Nebelschwaden nach Anpfiff durchs stadion zogen.
Kurz nach Halbzeitpause Sturm auf Zaun Gegengerade zu Gästeblock mit ca. 70 Leuten davon 20 sehr Gute.
Auf Zaun und nur durch massiven Angriff von Pfefferspray durch ****** davon gehindert den Block zu stürmen.
1:0 für die ******
Mich hat es dabei echt schwer verletzt, Flüssigkeit direkt ins Gesicht, beide Augen bekommen.
Vielen Dank an meinen Begleiter der mir den Weg zur VIP Lounge Toilette frei gemacht hat.
Gesicht viertel h gespült, mega Brennen auf Wangen und in den Augen.
Wollte echt nicht aufhören. Mittlerweile füllten sich die WCs mmit Verletzten, ich schätze nur das was ich alleine gesehen habe mind. 15 Mann.
Habe mich dann aufs damen WC verdrückt, weil mHerren WC Waschbecken echt zu voll wurden und habe dann mit Flüssigseife Gesicht gewaschen. danach ging es wieder.

Tatort vorm Stadion nach Spielende:
Mit ca. 300 Mann gesammelt und ohne Überlegen gleich ******wagen angegriffen und demoliert. Kurzes Hin und Her mit ****** ohne zu verlieren.
1:1 unentschieden

Tatort Kreuzung nach Spielende:
Mob gesammelt, wieder rum stehende ******wagen angegriffen und demoliert.
Mob auf Kreuzung gesammelt und dann einen massiven Angriff auf Einsatzfahrzeuge und Beamte gestartet wobei mit Hilfe von Steinen und Latten die herbei geeilten Beamten vom feinsten eingedeckt wurden.
Die standen echt iin ner Ecke bei der Sparkassen und haben sich ne viertel h nur bewerfen lassen.
Ob es da Verletzte gab konnte ich nicht erkennen, ist aber anzunehmen.
Mittlerweile verdunkelten rauchschwaden von angezündeten Müllcontailer die als Barrikaden auf die Straße gezogen wurden sowie Nebelbomben die außer halb des Stadion deponiert waren die Kreuzung.

Dann kam ich zu meinen Schlüsselerlebnis als mich echt ein Zivibulle in grüner Hose, grüner Jacke und schwarzer Weste und ein kleiner Zivi total in schwarz
zu mir kam sich vorstellte als POLIZEI, BITTE MITKOMMEN !
Eh was denkst du denn wem du gegenüber stehst?
Ich meine, ich vermummt, ne Nebelgranate und ein Feuerzeug in der Hand drohend vors Gesicht gehalten …
Ich kam mir vor wie ne schwarze Witwe mit nem Sprengstoffgürtel um!!
Beide umgedreht, ich den einen ein Schlag auf den Hinterkopf und dann unseren Leuten die ****** zu erkennen gegeben.
Folge> Hatz auf die ******> Zick Zack Kaninchenkurs der Zivis mit Purzelbäumen im Laufen.
Eh den ging echt der Arsch, von ca. 15 Mann gejagt.
Dann der große war weg, der schwarze durch Beinstellen gestürtzt und am aufstehen panisch sich umdrehend einmal in die Luft geschossen.
Das ganze spielte sich hinter dem Mob ab, der Steinbeschuss auf die ****** ging unterdessen weiter.
Ich denkke das die ****** echt eine Revanche für den Tränengasangriff erhalten haben.
1:2 fÜr uns !!!

Was im Anschluss folgte waren lose Angriffe auf vorbeifahrende Streifenwagen, Türe auf, Leuchtspur rein, Steine drauf, sich vor Angst in die Hosen scheisende ****** die versucht haben aus dem Stau auszubrechen und über den Bürgersteig mit den Wagen zu flüchten.

Ganz großes Lob an unsere jungen Leute für die das echt heute mal ein mege Erlebniss gewesen sein muß, Grüße und Genesungswünsche an alle Verletzten.

Rechtschreibfehler seien mir verziehen. (…)

http://www.ultras.ws/lok—aue-ii-schwere-ausschreitungen-t824-s24.html

Feb
09

Die Gewerkschaft der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern (GdP M-V) erklärt das deutsche Gewaltproblem im Fußball. Dabei wird auf gewalttätige Ultras, allgemeine Gefahren für den deutschen Fußball sowie auf den negativen Wirtschaftsfaktor für Vereine eingegangen. Einige Auszüge dieser umfangreichen Ausarbeitung, welche natürlich nur den einseitigen Blickwinkel der Polizei darlegt, publiziert Ostfussball.com nachfolgend an dieser Stelle zur eigenen meinungsbildenden Lektüre.

RHS Dresden, Oktober 2010 (Foto: Ultras Dynamo)

http://ostfussball.com/fc-hansa-rostock-polizei-erklaert-das-ultra-phaenomen-1121/

 

Eine Art offener Brief an den Autor des Artikels.

Sehr geehrter Herr Kühl,

vielen Dank für Ihren wunderbaren Beitrag “Der deutsche Fußball und sein Gewaltproblem”.

Sie schreiben mit vielen schönen Worten jede Menge interessante Dinge.

Auf einige davon möchte ich – wenn Sie gestatten – kurz eingehen:

„Verletzte Ordner, Polizisten und Besucher von Stadien sind jedes Wochenende zu beklagen. Die Gewalt nimmt in Intensität und Härte weiter zu. Eine offene Bauchwunde eines Polizisten in Osnabrück nach dem Wurf eines Böllers, Fans die um ihr Leben laufen, um nicht von Dresdner Ultras erreicht zu werden, das gezielte Abfeuern von Leuchtraketen auf den Gästefanbereich bestimmen mittlerweile die Schlagzeilen und die Diskussionen.”

Es ist wirklich schade, dass es immer wieder zu Verletzten in Stadien kommt. Gehen wir der Sache doch mal sachlich auf den Grund, Sie haben doch sicher Statistiken zu diesem Thema. Mich interessiert, wie viel Prozent der Verletzten durch Böller und Leuchtspur verletzt werden. Dies ist – da muss ich Ihnen zustimmen – eine Unsitte. Jedoch ist es falsch, dies als ein Problem der Ultraszene oder der heutigen Zeit zu betrachten, wie Sie – auch wenn Sie dies bewusst verschweigen – sicherlich wissen. Die Hochzeit solcher Aktionen waren vielmehr die 80er und 90er Jahre. Aber da es dort in Deutschland keine Ultras gab, kann man damit natürlich in Ihrer Lage schlecht argumentieren. Wie soll denn sonst den Lesern auch das Gewaltproblem nahegebracht werden? Sehr spannend fände ich auch die Zahl der Verletzten durch unnötigen Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray durch Polizeibeamte oder aggressive und schlecht ausgebildete Ordner.

Die „gewaltbereiten Ultras“ – wie ich persönlich finde, eine subjektive, nicht zutreffende Verallgemeinerung – nehmen also Einfluss auf die Spieltagsplanung.

Irgendwie interessant. Seit Jahren gibt es Kampagnen wie Pro15:30, die es nicht schaffen, Einfluss zu nehmen. Bisher dachte ich, dass Polizei und DFL schuld daran sind, dank Ihnen weiß ich nun, dass es die Ultras sind. Diese scheinen zusätzlich noch plündernd und brandschatzend durch die Lande zu ziehen. Rastplätze und Bahn sind scheinbar Kriegsschauplätze. Sogar der reguläre Spielbetrieb ist gefährdet.

Vielen Dank, dass Sie mich aufklären – wenn auch ein paar Quellenangaben (bitte nicht Polizeiberichte, die sind auch nicht näher an den Fakten oder objektiver, als die Bild oder der Express) nett wären. Ich scheine wöchentlich andere Bahnen zu benutzen, andere Stadien zu besuchen und auch andere Rastplätze aufzusuchen, als diese Verbrecher. Dabei sollte doch bei zweiwöchentlichen Reisen durch Deutschland und intensiver Bahnbenutzung im Ruhrgebiet wenigstens ab und an mal meine Gesundheit gefährdet sein. Oder ist das hier nur das gleiche Prinzip, wie es die Bush-Administration so schön vorgelebt hat? Das Schaffen einer fiktiven Bedrohung um weitergehende Befugnisse zu erhalten? Das wäre ja sinnvoll – wenn man gerne mehr Stellen, mehr Macht und überhaupt ein besseres Standing für seine Behörde möchte.

Regelmäßige Erstürmung klingt auch – für Laien – sehr nach gefährlichen Horden. Ebenso die „nicht mehr kontrollierbaren“ Blöcke. Allerdings muss man – wenn Sie objektiv drüber nachdenken, oder dies zumindest versuchen – doch sagen, dass auch diese Erstürmungen früher häufiger der Fall waren und die Blöcke gar nicht kontrolliert wurden.

Eine meiner absoluten Lieblingspassagen, die mir ganz klar zeigt, dass diese Ultras wirklich vom Teufel gesandt wurden, ist die folgende: „In den letzten Jahren fand eine immer stärkere Vernetzung der einzelnen Ultraszenen statt. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass gemeinnützige Vereine gegründet und geschlossene Netzwerke gebildet wurden.“ Wie können die nur? Sich organisieren in Vereinen? Noch dazu gemeinnützig? Das schreit ja geradezu nach Gewalt, Verfassungsfeindlichkeit und Kriminalität. Wie sonst sollte man unentgeltliches soziales Engagement bezeichnen?

Problematisch ist natürlich, dass die Ultras „eine fast schon krankhafte Angst vor Infiltration durch die Polizei und den Staat im Allgemeinen“ haben. Wie können die nur? Wo doch die Polizei ihr Freund und Helfer ist und stets zum Dialog bereit ist. Auch Sie reichen den Ultras ja geradezu die Hand und schreiben diesen objektiven Artikel. Wie diese verzogenen Gewalttäter sich da erdreisten können, keine Ihrer Kollegen in Ihrer Mitte zu dulden, fragt sich wohl jeder aufrechte Bürger. Haben da eventuell einige Ihrer übereifrigen Kollegen im Eska… äh… Deeskalationstraining wieder nicht aufgepasst? Hat da wieder jemand den goldenen Schlagstock verdient? In diesem Falle sind gewisse Ressentiments durchaus nicht ganz unverständlich, oder? Oder wie reagieren Sie, wenn Sie bei Auswärtsfahrten keinerlei Rechte haben, dafür aber drangsaliert werden? Mit Liebe und Zuneigung?

Sehr schön finde ich auch den humoristischen Zwischenpart, der Außenstehenden allerdings vorgaukelt, der Realität zu entsprechen. Bitte kennzeichnen Sie Ironie in Zukunft etwas deutlicher, bevor falsche Schlüsse gezogen werden. Sie wissen schon, das Punktesystem. Klar klingt es witzig und fast jeder merkt, dass es nicht ernstgemeint ist, aber es gibt halt auch Menschen, die weniger schnell denken. Zu deren Schutz vor falschen Erkenntnissen dieser Tipp.

„Durch die Gründung von Dachvereinen sichert sich die Ultrabewegung ihre Geschäftsfähigkeit und weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Neben der Erhebung von Mitgliedsbeiträgen ist so auch die Anmietung von Sonderzügen für Eventfahrten möglich.“

Jetzt stehe ich etwas auf dem Schlauch, muss ich schweren Herzens gestehen. Ich bin halt doch nur ein Normalbürger und Fußballfan und dementsprechend vermutlich einfach nicht gewappnet für Ihre begnadete Logik und Rhetorik.

Erhebung von Mitgliedsbeiträgen ist also nur mit Dachvereinen möglich? Wie kommt es dann, dass auch meine Gruppe Beiträge erhebt? Nutzen wir eine Gesetzeslücke? Tun wir etwas Illegales? Bitte klären Sie mich auf.

Noch verwirrender finde ich den Verweis auf die Sonderzüge. Das ist doch spitze, oder? Irgendwie passt diese frohe Botschaft aber nicht in den Tenor Ihres Artikels, weswegen ich lieber noch einmal nachfrage:

Wenn Diese gewaltbereiten Horden einen Sonderzug nutzen, dann treffen Sie doch weder auf Rastplätzen, noch in der Bahn auf ahnungslose, zurecht ängstliche Mitbürger. Dies ist doch wunderbar und sollte unterstützt werden um die innere Sicherheit unseres Landes zu retten. Zusätzlich sind dadurch doch Polizisten frei. Also kann man sich entweder weniger wichtigen Themen wie Mord, Vergewaltigung und Co widmen, Urlaub machen oder an anderen Rastplätzen und in anderen Bahnen das Hauptgesellschaftsproblem „Ultras“ angehen.

Jetzt finden Sie einen nahtlosen, toll gelungenen Übergang zum Thema Wirtschaft und erkennen direkt, dass Kommerzialisierung dem „Ultramanifest“ widerspricht. Klasse. Wirkt auf Außenstehende direkt sehr belesen und empathisch und führt auch noch die Absurdität der Ultras vor Augen. Chapeau.

Allerdings finde ich einiges merkwürdig. Diese wenigen Ultras, die, wie Sie ja selber anführen, für die Wirtschaftskraft des Vereins nicht von großem Belang sind, entziehen diesem (da Sie ja zu großen Teilen wirtschaftlich beschränkte Möglichkeiten haben) Geld, was diesen wirtschaftlich schwächt. Ich weiß nicht, ob zusätzlich zu meinen schwachen wirtschaftlichen Möglichkeiten auch meine kognitiven beschränkt sind, aber mir persönlich kommt dies widersprüchlich vor.

Ach so. Das mit dem Ultramanifest ist eh so eine Sache. Aber das sollten Sie als Kenner ja wissen. Ansonsten fragen Sie doch Onkel Pilz, der ist vermutlich der Einzige, der noch fundierteres Wissen über die Szene hat, als Sie oder die meisten SKBs. Vermutlich hat er sich im Punktesystem nach oben gekämpft, wie sonst könnte man in dieser geschlossenen Ultragesellschaft an Informationen gelangen?

„Die Ultras sind im täglichen Leben sehr präsent. Neben den häufigen Treffen in den Vereinsräumen, trifft man sich in Diskotheken und anderen Szenelokalen.“

Dieser Satz hat mich schockiert. Diese Teufel sind so infam und tarnen sich zwischendurch als normale Menschen? Sie gehen in Kneipen und Diskotheken? Ich hoffe mal, dass ich wenigstens auf der Arbeit vor ihnen sicher bin. Wirtschaftlich schwache Menschen mit solchem Aggressionspotential sind doch sicherlich alle arbeitslos, oder? Sollte man diesen Subjekten nicht verbieten, den Fuß vor die Tür zu setzen? Vielleicht habe ich ja sogar unwissentlich schon mal Kontakt mit einem gehabt. Letztens in der Kneipe saß ich bei einem Wasser da und ein komischer, brutal aussehender Kerl (biertrinkend) sah mich aggressiv an. War das eventuell ein ultra? Hätte ich Ihre Kollegen rufen sollen?

Aber ab und an müssen die wohl wirklich vor die Tür. Jetzt – und das ist wirklich erschreckend – traue ich mich nicht mehr ins Fitnessstudio. Nachher begegne ich dort diesen Kampfsportlern und sie greifen mich hinterrücks an. Oder schlimmer noch: Wenn ich trainiere und Fußball schaue, könnte ich selber dieser Truppe zugeordnet werden. Meine gesamte Reputation wäre im Eimer, wenn Sie diesen saloppen Ton entschuldigen würden.

Ein weiterer toller Abschnitt ist der folgende:

„Durch das vorhandene Bildungsniveau gelingt es den Ultras sowohl bei den Vereinsgremien als auch bei den Medien Gehör zu finden. Sie vermitteln den Eindruck, dass man mit ihnen über alles reden kann und sie eigentlich „nur“ aktive Fans des Vereins sind. Für Ausschreitungen machen sie in der Regel Einzeltäter, den Ordnungsdienst oder die Polizei verantwortlich. Durch die Unwissenheit der Gesprächspartner über die Struktur und die Ziele der Ultras erreichen sie immer wieder Verständnis für ihre Positionen und positive Verhandlungsergebnisse.“

Dazu ein paar Fragen und Anmerkungen:

Wie kommen diese rohen Kerle an Bildung? Und warum ist es nicht so, wie es doch in Deutschland vielen Studien zufolge ist, dass Bildung und Kaufkraft durchaus Hand in Hand gehen? Wie sieht eigentlich dieses „Gehör bei den Medien“ aus? Ich muss gestehen, ich verstehe die meisten Beiträge mit dem Wort „Ultra“ (oder halt dessen logischen Synonymen wie „sogenannte Fußballfans“, „Chaoten“, „Randalierer“, Hooligans“ bisher immer als negativ. Sollten die Ultras etwa noch schlimmer sein? Und Unwissenheit führt zu Verständnis? Ach kommen Sie, das ist nun aber wirklich scherzhaft gemeint, oder? Ich meine, dass Unwissenheit oder Unkenntnis zu Angst oder Ablehnung führt, war mir bewusst und ist auch bewiesen, aber zu Verständnis? Könnten Sie mir Kretin das bitte belegen, damit auch ich mich an Ihrem Wissen laben kann, ohne weitere offene Fragen?

„Ein häufiger Fehler im medialen Umgang mit den Ultras ist die Gleichsetzung mit Hooligans. Beide Gruppen sind in keiner Weise vergleichbar und verfolgen unterschiedliche Ziele. Hatten die Hooligans in erster Linie das Ziel ein Kräftemessen mit Gleichgesinnten durchzuführen (ersatzweise auch mal mit der Polizei), verfolgen die Ultras das Ziel, dem Fußball in allen Facetten ihren Stempel aufzudrücken.

Hatten Hooligans bei Auseinandersetzungen noch Regeln und einen Ehrenkodex werfen die Ultras zur Sicherung und Ausbau ihrer Macht alle Regeln über Bord. Auf ihrer Jagd nach Trophäen und gegnerischen Fanutensilien ist kein friedlicher Fußballfan mehr sicher. Mittlerweile gibt es im Internet Verhaltenshinweise für Auswärtsfahrten zu bestimmten Vereinen. Es wird empfohlen, bestimmte Straßenzüge zu meiden und wenn möglich, nur in größeren Gruppen zum Stadion zu gehen. Die Fanutensilien sollte bei der Anreise nur verdeckt getragen werden. Das sind die Szenarien, die die Anreise friedlicher Fußballfans zu einem Auswärtsspiel bestimmen. Verantwortlich für diese Entwicklung sind die Ultras und ihr Verständnis vom Event Fußball.“

Ein weiterer sehr interessanter – wenn auch sicher nicht ernstgemeinter – Absatz.

Richtig ist, dass Medien (und interessanterweise auch Ihre Kollegen bei der Polizei – vielleicht können Sie diese ja mal schulen) und deren Vertreter oft den Fehler machen, Hooligans und Ultras in einen Topf zu werfen. Dies geschieht deswegen, da der Begriff Ultras noch zu unbekannt, der Begriff Hooligans jedoch schon genügend negativ belastet ist. Dies zu Gunsten der Ultras auszulegen ist wirklich ein humoristisches Meisterstück.

Die Themen Ehrenkodex und Jagd nach Utensilien sind mir etwas zu oberflächlich behandelt worden. Schon in den 70ern war dies in Ost und West gang und gebe (also das sogenannte Ziehen oder Ruppen). Es ist also sicherlich – wenn es auch nicht legal und nicht schön ist – keine Erfindung der Ultras und tritt auch nicht stärker auf, als früher. Ehrenkodex ist wieder mal ein schönes Wort. Diesen gibt es bei Hooligans (meist) und Ultras (relativ häufig). Beide Gruppen sind jedoch vereint in der Ansicht, dass Außenstehende möglichst nicht in die Angelegenheiten einbezogen werden. Die Empfehlung bestimmte Stadtteile zu meiden, kam, fernab vom Fußball, auch in ausländischen Medien vor der WM 2006 vor. Auch in meiner Stadt und anderen Großstädten gibt es Viertel, die man nicht unbedingt abends oder alleine durchqueren möchte (ja manchmal fahren nicht einmal mehr Ihre Kollegen dort alleine lang). Dies liegt also alles an den Ultras? Und ich dachte schon, dass dies an tiefergehenden sozialpolitischen Themen wie Gettoisierung liegen könnte. Zum Glück haben Sie mich bekehrt. Ich fühle mich jetzt, da das Problem viel greifbarer und lösbarer erscheint viel sicherer und erwarte eine schnelle und gewohnt kompetente Lösung.

„Die Ultraszene übt eine ungebrochene Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche aus. Auf der Suche nach Halt und Anerkennung in der Gesellschaft, finden die Kinder und Jugendlichen gleichgesinnte Partner in der Ultraszene. Durch das immer geringer werdende staatliche Angebot von Freizeitaktivitäten erhöht sich das Potential von Kinder und Jugendlichen, die die Treffpunkte der Ultras nutzen. Bei den Diskussionen über den Fußball und beim Herstellen der Choreografien finden sie Anerkennung, fühlen sich verstanden und gehören zur Gruppe. Die regelmäßigen Besuche der Treffpunkte ermöglicht auch eine intensive Werbung für die Grundsätzen und den Verhaltenskodexes der Ultras.“

Das ist mal ein Absatz, der mich verwundert. Der Staat ist doch perfekt, oder? Wie kann es dann sein, dass Jugendliche sich dennoch den Ultras zuwenden? Welches Ziel verfolgt der Staat denn mit diesen Kürzungen (übrigens ist auch die Unterstützung der Fanprojekte durch die Länder nicht gerade das Gelbe vom Ei)?

Und was ist so schlimm an kostenfreien Beschäftigungen, die Jugendliche von den Straßen holen? Wird dort heimlich eine terroristische Bewegung gegründet, die die Straßen langfristig noch unsicherer macht? Oder werden dort Kreativität, Zusammenhalt, Denken entgegen des Mainstream, Liebe zum Sport und weitere Dinge vermittelt, die eigentlich Sache der Eltern und des Staates sind? Wer versagt und wer sich hier gut engagiert, ist doch eigentlich logisch, oder?

Jetzt legen Sie sogar noch mal richtig los. Zwischen den Zeilen des nächsten Absatzes gelesen, sieht man, dass Demokratie und Vereinsrecht gefährlich sind. Herr Kühl, sind Sie etwa verfassungsfeindlich und sollten beobachtet werden? Ich hoffe, Sie lassen dann ständige Drangsalierung und Überwachung zu, sonst müsste ich denken, dass Sie mit den aussagen zur Angst vor Infiltration eine gewisse Bigotterie an den Tag legen.

„Der Anfang einer Lösung beginnt bei den Vereinen. Sie müssen sich konsequent von dem gewaltbereiten Teil der Ultras distanzieren. Dazu gehört auch, Maßnahmen gegen die gesamte Ultraszene anzudrohen und auch zu vollziehen, wenn sie sich nicht von den Gewalttätern trennt. Die Situation ist derart gefährlich, dass häufig nur noch konsequentes Vorgehen gegen die gewaltbereite Szene zur Lösung führt.

Es sollte darüber nachgedacht werden, ob die Vereinsstrukturen aufgrund der brisanten Situation noch zeitgemäß sind. Ein durch die Mitgliederversammlung zu wählender Aufsichtsrat ist eine Schwachstelle, wenn man bedenkt, dass die Mitgliederversammlung durch die zahlreichen Mitglieder der Ultraszene dominiert werden kann.“

Sippenhaft ist also der richtige Weg? Es erfreut mich, dass so das polizeiliche Verständnis eines Rechtstaates aussieht. Es deckt sich wunderbar mit den Ansichten von Saddam, Assad und Co. Und diesen wollen wir doch alle nacheifern, oder? Die Situation ist also derart gefährlich? Aber jetzt, wo Sie diese unheimliche Bedrohung aufgedeckt haben, kann ja an sich nichts mehr passieren.

Konsequentes Vorgehen hilft also?

Wie sieht denn diese Konsequenz aus? Bisher kenn ich die Varianten Sippenhaft (wie oben zu lesen sinnvoll und wünschenswert), unbegründete (oder zur Not durch Lügen erreichte) Stadion- und Stadtverbote und natürlich die beliebten erfundenen anzeigen, Pfefferspray in Menschenmengen und ähnliches. Heißt Konsequenz in diesem Zusammenhang, dass Sie wirklich einmal konsequent den propagierten – aber nie wirklich umgesetzten (ok, Schulungen sind teuer, Empathie kann man im Gegensatz zu Stockkampf nicht lernen…) – Ansatz der Deeskalation nutzen möchten? Oder werden nur die Instrumente der Willkür stärker und flächendeckender eingesetzt?

Letzteres würde natürlich die Spirale der Ablehnung aufhalten. Sie als scheinbar promovierter Psychologe und Soziologe haben da wohl das Ei des Kolumbus neu entdeckt. Respekt dafür. Oder ist konsequentes Vorgehen etwa wieder mal nur eine leere Worthülse, die vortäuschen soll, dass die Polizei weiß, was sie tut? Wirklich viel Innovatives (wenn man davon ausgeht, dass wir nicht in den 30ern leben) ist da nun wirklich nicht dabei.

„Die Berufung von Fanbeauftragten aus der Ultraszene eines Vereins sind Organisationsentscheidungen, die schnellstmöglich revidiert werden müssen. Es ist nicht möglich Maßnahmen gegen gewaltbereite Ultras durchzuführen, wenn der Fanbeauftragte in der Ultraszene tief verwurzelt ist. Eine derartige Konstellation ist keinem Partner des Vereins zuzumuten. Dem Verein muss klar sein: gewaltbereite Ultras können nicht in die herkömmliche Fanarbeit integriert werden. Sie verfolgen ihre eigenen Ziele, die zum Teil den Vereinszielen entgegenstehen. Das Ziel einer neuausgerichteten Fanarbeit sollte die Zurückdrängung des Einflusses der Ultras sein.

Diese Fanarbeit sollte durch Personen geleistet werden, die eine sozialpädagogische Ausbildung vorweisen können. Des Weiteren sind diese Fanbetreuer intensiv über die Ultraszene aufzuklären und fortzubilden. Wünschenswert wäre es, wenn ehemalige Spieler des Vereins in die Fanarbeit integriert werden. Auch diese sind im Vorfeld intensiv zu beschulen.“

Hm. Es ist also verkehrt, Leute, die die Fanszene und „ihre Pappenheimer“ kennen als Fanbeauftragte einzusetzen? Stattdessen sollten auswärtige Personen gewählt werden? Dazu eine kleine Frage: Warum wehrt sich die Polizei eigentlich so standhaft gegen Überprüfungen von unabhängiger Seite? Warum dürfen Polizisten, die sich – allen Statistiken nach – ordentlich gegenseitig decken, gegeneinander ermitteln und zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass der Betroffene unschuldig ist? Sollte die Polizei dann nicht mit gutem Beispiel vorangehen?

Ok, ich gebe zu, dass dieses Beispiel etwas an Ihrem vorbeigeht. Aber ich versuche das mal anders zu erläutern, vielleicht verstehen Sie dies ja.

In der Schule haben wir früher immer den Klassensprecher gewählt. Meist war dies einer der Rabauken. Hätte man stattdessen jemanden von Außen genommen, wäre keiner jemals zu dieser Person gegangen und die Position hätte sich selbst ad absurdum geführt. Das Selbe geschieht, wenn man einer gewachsenen Fanszene szenefremde Personen aufoktruiert. Diese finden keine Akzeptanz und werden demnach immer nur ein Schattendasein führen.

Sozialpädagogische Schulungen halte ich für eine gute Sache. Wenn genug Gelder in die Fanprojekte fließen wäre das auch machbar (und in vielen Vereinen ist es auch so). Aber auch hier einmal die Frage: Sollten nicht Leute, die mit Stöcken und Pfefferspray hantieren zumindest halbwegs emotional ausgeglichen sein? Sollten nicht gerade diese Personen vernünftig ausgewählt und geschult werden? Und zwar im sozialen, wie auch im psychologischen Bereich? Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Interessant auch, dass Personen, die teilweise Interessen des Vereins entgegenstehen (welchen denn und auf welche Art? Weil diese Leute nicht die totale Kommerzialisierung wünschen? Tun dies nicht auch immer mehr Menschen in immer mehr Ländern außerhalb des Fußballs? Sollte man diese dann auch ausgrenzen, statt Sie miteinzubeziehen? Interessante Ideen, die von uns Steuerzahlern bezahlte Menschen so haben…) nicht integriert werden können und zurückgedrängt werden müssen. Ich fürchte, Sie kennen sich nicht sonderlich mit Massenpsychologie aus. Es kann schnell zu Solidarisierungseffekten führen, aber nur zu, gehen Sie weiter Ihren Weg.

„Die Gestaltung eines attraktiven Programms im Fanprojekt könnte den Einfluss der Ultras zurückdrängen.“

Nicht wirklich, aber dennoch wären staatliche Gelder für Fanprojekte und „normale“ Jugendhäuser doch mal was anderes, als andauernde Kürzungen. Na gut, für Theater und Museen zu sorgen ist halt wichtiger für diejenigen, die Macht und Geld haben, als Normalbürgern etwas zu bieten. Deshalb sollte man auch die Eintrittspreise für Stadien so weit nach oben setzen, dass der Pöbel nicht mehr teilhaben kann. Problem Ultras (wirtschaftlich schwach, wir erinnern uns) gelöst.

„Hundertschaften von Einsatzkräften versehen Woche für Woche ihren Dienst, um eine ordnungsgemäßen Spielbetrieb der Fußballligen abzusichern.“

Herr Kühl, noch mal der Versuch ernsthaft zu fragen: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie aus einem Zug steigen (in den Sie menschenunwürdig gepfercht wurden) und dann von einer bewaffneten, vor Testosteron strotzenden, gerüsteten Masse empfangen werden? Jubeln Sie und fühlen sich sicher? Oder fühlen Sie sich bedroht und bedrängt? Zweiteres löst zwangsläufig uralte Reflexe / Instinkte aus. Entweder Flucht oder aber Aggression. Tja. Und wenn dann die Polizei über die Jahre ihr Image gekonnt zerstört hat (Kinder wollen schon lange nicht mehr Polizist werden oder mit diesen zutun haben, wie es dann wohl mit so wie beschrieben behandelten Menschen aussieht, kann man sich denken) ist die Sache doch ganz logisch. Die Masse agiert / reagiert mit Aggression. In der Masse steigert sich das dann noch. Ohne Hundertschaften wäre häufiger weniger passiert. Aber, wer sich nicht in andere Menschen hineindenken kann, der kann es halt nicht. Allerdings haben diese Leute dann auch nichts mit einer Uniform auf der Straße zu suchen. Büroarbeit oder Putzdienst wäre eine schöne Alternative. Oder kräftig anpacken und schöne Jugendhäuser bauen, mal so als Anregung.

Auf die Erstürmungen (wie so einige Dinge ein uralter Hut und nicht nur nicht von den Ultras erfunden, sondern auch nicht nur von denen praktiziert) gehe ich mal nicht weiter ein.

„Neben den Rechten und Pflichten eines Ordners sollte der Umgang mit brennender Pyrotechnik geschult und über das Phänomen „Ultra“ aufgeklärt werden.“

Mein Tipp: Lassen Sie die Schulungen besser von jemandem durchführen, der wenigstens marginal Bescheid weiß oder sich die Mühe gibt, die Dinge objektiv darzustellen (Ok, das passt natürlich nicht zu Ihrer Intention, aber Hey, es würde Sinn machen, falls das noch eine Bedeutung für Sie hat, Herr Kühl).

So… jetzt habe ich mal ein wenig was geschrieben, aber den größten humoristischen Aspekt habe ich doch glatt noch unerwähnt gelassen. Den folgenden Teil lasse ich mal einfach völlig unkommentiert wirken. Na gut, nicht völlig.

„Leiter Fachausschuss Schutzpolizei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mecklenburg-Vorpommern“

Wenn Sie der Leiter eines Fachausschusses sind, wie sieht denn dann bitte das Wissen der anderen Beteiligten aus? Ist doch irgendwie grotesk, einen Blinden zum Farbenbeauftragten zu machen.

Besten Gruß und Danke für diesen lehrreichen und humorvollen Artikel, der mir die Arbeitszeit verkürzt hat.
Ollowain

PS: Wenn ich es recht bedenke, sollte man den Verfassungsschutz mal auf Grund Ihrer Demokratiefeindlichkeit und Propaganda dazu bringen, sich in Ihrem Fachausschuss umzusehen, denn der Fisch fängt ja am kopf an zu stinken.

PPS: Hotlinking auf die Suptras-Seite sorgt bereits für Freude im Internet. Danke auch dafür

hier gefunden – http://www.ultras.ws/stammtisch-deutschland-t7057-s11088.html

Jan
16

Zu einem Freundschaftsspiel zwischen den zweiten Mannschaften des VfL Wolfsburg und Union Berlin angereiste Union-Anhänger drangen über Zäune in das Stadion am Elsterweg ein. In der Vereinsgaststätte lieferten sich Fans eine Prügelei. “Da sind die beiden Ultra-Gruppierungen aufeinander geprallt, die Sache wurde mit Stühlen ausgetragen, und die Polizei war mittendrin”, berichtet Einsatzleiter Jens aus dem Bruch.

Die zahlenmäßig deutlich unterlegenen Einsatzkräfte setzten Schlagstöcke ein, um Wolfsburger und Berliner Fans zu trennen. In den angrenzenden Straßen kam es jedoch zu weiteren Zusammenstößen.

Gegen 16.30 Uhr traf Unterstützung aus Goslar, Wolfenbüttel, Gifhorn, Salzgitter, Braunschweig und Hannover in Wolfsburg ein. “Da waren wir wieder in der Lage, selbst zu agieren und das Heft in die Hand zu bekommen”, schildert der Einsatzleiter. “Mit großen Schwierigkeiten ist es uns gelungen, die Berliner wieder zum Bahnhof zu bringen.” Um 18.55 Uhr verließ ihr Zug Wolfsburg.

Aus dem Bruch kündigte Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs, Tragens verfassungswidriger Abzeichen und Sachbeschädigung gegen mindestens 15 Berliner Ultras an. Einer von ihnen hatte den Hitlergruß gezeigt. Auch Wolfsburger Schläger, die von szenekundigen Beamten erkannt wurden, müssen mit Verfahren rechnen.

Die Wolfsburger Polizei hatte aufgrund der Einschätzung der Berliner Kollegen nicht damit gerechnet, dass Union-Fans zu dem Testspiel anreisen würden. Wie es dazu kommen konnte, dass rund 60 Ultras in der Hauptstadt unbemerkt in den Zug stiegen und die Wolfsburger Polizei erst eine halbe Stunde vor ihrem Eintreffen in Kenntnis gesetzt wurde, sei noch zu klären, sagte aus dem Bruch.

mehr – http://www.ultras.ws/viewtopic.php?t=11020&highlight=

Jan
13

Rund viereinhalb Jahre nach einer Attacke auf den deutschen FIFA-Schiedsrichter Herbert Fandel bei einer Partie in Kopenhagen ist ein dänischer Fußballfan zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden.  Der 33-Jährige muss 1,87 Millionen Kronen (etwa 250 000 Euro) Schadensersatz an den dänischen Fußballverband (DBU) zahlen, wie ein Berufungsgericht entschied. Die Richter verdoppelten damit die in der ersten Instanz im Jahr 2009 verhängte Summe.

Der nach einem Angriff auf Schiedsrichter Herbert Fandel zu einer hohen Geldstrafe verurteilte Hooligan kann auf finanzielle Hilfe mehrerer dänischer Nationalspieler hoffen. So sollen unter anderem Leon Andreasen von Hannover 96 und Torwart Thomas Sörensen bereit sein, auf Prämien zugunsten des Mannes zu verzichten. Dies berichtete die Boulevardzeitung “Ekstra Bladet”.

Jan
09

Die alten Herren in der Chefetage des DFB haben wirklich alles dafür getan, damit es wieder aufwärts mit der Gewalt im deutschen Fußball geht. Riesige Polizeiaktionen, verschärftes Pyroverbot, Polizeigewalt, zusätzliche Sondereinheiten (Task-Force), Stadionverbote, Repressionen für Fans, enorme Strafen für Vereine sowie Geisterspiele und Ausschluß aus Wettbewerben haben genau das erreicht, was man immer damit erreicht – Gegengewalt!

Und nicht nur im Osten Deutschlands ist die Gewalt derzeit präsent, nein überall wird nun mehr geprügelt, geprollt und randaliert. Noch nie zuvor war der Hass gegen den Staatsschutz höher, als derzeit. Hier wurden tatsächlich in den letzten Jahren wahre Feindbilder aufgebaut. Der Chef “Falscher Zwanziger” hat bereits resigniert und seinen Rücktritt bekannt gegeben. Wird der Nachfolger an seinem Erfolg festhalten?

Die Nachrichtenagentur DPA hat nun die Vorkommnisse der letzten 6 Monate zusammen gestellt.

30. Juli 2011: Beim DFB-Pokalspiel BFC Dynamo Berlin – 1. FC Kaiserslautern stürmen 250 bis 300 BFC-Hooligans den FCK-Block und prügeln auf gegnerische Anhänger und Polizisten ein. 18 Polizisten werden verletzt, 50 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) verurteilt Berlin zu zwei «Geisterspielen» in der Oberliga.

27. August: Beim Drittliga-Spiel Rot-Weiß Erfurt – SV Darmstadt 98 werden 55 Personen verletzt. Die meisten nach Angaben von Erfurts Präsident Rolf Rombach durch Reizgas der Polizei.

9. September: Bei Ausschreitungen beim Drittliga-Derby VfL Osnabrück – Preußen Münster gibt es 28 Verletzte und 35 Festnahmen. Fünf Polizisten werden schwer verletzt, VfL-Anhänger hatten sie mit Feuerwerkskörpern angegriffen. Beide Clubs müssen Geldstrafen bezahlen. Das DFB-Sportgericht verfügt zudem, dass Münster in zwei Auswärtsspielen auf seine Fans verzichten muss.

16. September: In der Zweitliga-Begegnung Eintracht Frankfurt – Hansa Rostock muss die zweite Halbzeit wegen des Abbrennens von Feuerwerkskörpern im Gästeblock verspätet angepfiffen werden. Bei Ausschreitungen nach dem Spiel nimmt die Polizei 24 Fans in Gewahrsam. Rostock muss zwei Auswärtsspiele unter Ausschluss seiner Anhänger austragen und beiden Gegnern jeweils 25 000 Euro für ausgefallene Zuschauereinnahmen bezahlen.

30. September: Christian Hock, Trainer des Regionalligisten Hessen Kassel, berichtet über Morddrohungen gegen ihn via Internet. Im Training ist ein Sicherheitsbeamter vor Ort, die Polizei ermittelt.

25. Oktober: Die DFB-Pokalpartie zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden steht wegen des Zündens von bengalischen Feuern sowie Rauch- und Knallkörpern durch Gäste-Anhänger mehrfach kurz vor dem Abbruch. Bei Krawallen rund um das Stadion werden mehrere Personen verletzt und festgenommen. Dynamo Dresden wird vom DFB für die Saison 2012/13 vom Pokal-Wettbewerb ausgeschlossen.

26. Oktober: Beim Pokalspiel 1. FC Kaiserslautern – Eintracht Frankfurt zünden Lauterer Fans Feuerwerkskörper und greifen einen Ordner an. Auf dem Weg zum Stadion werfen Randalierer mit Flaschen, Böllern und Steinen. Mindestens acht Polizisten werden verletzt.

19. November: Die Zweitliga-Partie Hansa Rostock – FC St. Pauli steht kurz vor dem Abbruch, nachdem im Hamburger Fanblock bengalische Feuer abgebrannt werden. Rostocker Anhänger schießen daraufhin Leuchtraketen in den Gästeblock. Nach Spielschluss gibt es erneut Ausschreitungen. Der FC Hansa wird vom DFB zu einem «Geisterspiel» am 18. Dezember gegen Dynamo Dresden verurteilt.

6. Januar 2012: Bei einem Hallenturnier in Hamburg prügeln sich rivalisierende Fans des FC St. Pauli, des VfB Lübeck und des Hamburger SV. Die Polizei zählt 90 Verletzte. Der zweite Tag des Turniers wird abgesagt. Die Veranstalter sprechen nach den Ausschreitungen von einem «kriminellen Akt».

Das Jahr 2012 könnte sich durch die EM im Nachbarland Polen zum absoluten Höhepunkt mit gewalttätigen Ausschreitungen entwickeln, denn schon jetzt haben deutsche Hooligans angekündigt, dort mal wieder so richtig Bambule zu machen.

Dez
28

Sie sitzen in ihrem Thron auf dem Olymp und kommen sich vor wie Götter – die Rede ist von Sepp Blatters korrupten Weltverband FIFA. Jetzt wurden zwei brisante Akten zu Schmiergeldzahlungen durch das Gericht veröffentlicht. Die letzte WM-Vergabe wird nun zusehenst auch öffentlich zur absoluten Farce!

So berichtet die Handelszeitung:

Das Dokument nennt mindestens zwei Empfänger von Schmiergeldern innerhalb des Weltfussballverbandes und beschreibt die Rolle der Fifa-Spitze, die von den Zahlungen gewusst, aber nichts dagegen unternommen hatte.

In der Einstellungsverfügung ist beschrieben, wer wann wieviel Gelder der konkursiten Sportvermarktungsagentur ISL/ISMM erhalten hat. Bei den zwei Fifa-Offiziellen handelt es sich nach Recherchen der «Handelszeitung» und der BBC um Fifa-Ehrenpräsident Joao Havelange und den Chef der Fussball-WM 2014 in Brasilien, Ricardo Teixeira. Gleichzeitig wird beschrieben, dass die Fifa-Spitze immer von den Schmiergeldzahlungen an ihre Exponenten gewusst hat, aber nichts dagegen unternommen hatte (handelszeitung.ch)

Dez
15

Vom Kommunist zum Kapitalist – EM 2012 in der Ukraine

Deutsche Fans werden bei der EM 2012 im kommenden Jahr in der Ukraine für Schlafplätze tief in die Tasche greifen müssen. In den 4 Austragungsorten werden zahlreiche Hotels, aber auch Studentenwohnheime die Preise kräftig nach oben schrauben, berichteten Medien in Kiew am Mittwoch. So werden die Preise für ein Doppelzimmer in einem Drei-Sterne-Hotel in Kiew von momentan unter 100 € auf dann 450 € steigen.
Auf dem Campingplatz ist man mit 49 € pro Nacht dabei – immerhin schon für ein 2 Personen. Am billigsten fallen aber mit 34 € wohl Wohnheimplätze (Neubaublocks) mit Dusche auf dem Gang aus.

Ukraine Impressionen:

In Lemberg müssen sich die deutschen Anhänger in Hotels ebenfalls auf hohe Kosten einstellen. Nach Angaben der Zeitung “Kyiv Post” bieten Drei-Sterne-Hotels Zweibettzimmer ab 270 € pro Nacht ihre Dienste an.

Die Preise für Übernachtungen in Hostels und auf Campingplätzen sollen aber insgesamt in Lwiw preiswerter ausfallen. Eine Übernachtung im offiziellen Fan-Camp ist Online für knapp 24 € buchbar.  Doch vorsicht, es handelt sich um ein 20-Mann-Zimmer. Ein Stellplatz für ein Zweimannzelt kostet 47 €, für größere Zelte 114 €.

Die Stadt Charkiw biete im Fan-Camp mit dem Namen “Kommunist” für knapp 50 € an, hieß es. Hotelunterkünfte in der Drei-Sterne-Kategorie sollen den Berichten nach ab 200 € zu haben sein. Unterkünfte in Wohnheimen soll es ab 30 € geben.
Unsere Empfehlung – einfach zu Hause bleiben und diesen kommerziellen Wahnsinn nicht noch unterstützen! Scheiß auf die Bonzen des DFB und der UEFA!


mehr - http://www.ultras.ws/em-2012-polen-ukraine-et-al-t1559-s208.html#548985

Dez
14

Hopp ist unschuldig – Störanlage nur eine “Lautsprecheranlage”

Von versuchter Körperverletzung wird nicht mehr gesprochen…

Das Ermittlungsverfahren in Zusammenhang mit der Beschallung von Zuschauern am 13. August in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena beim Bundesligaspiel von 1899 Hoffenheim gegen Borussia Dortmund ist wegen “erwiesener Unschuld” eingestellt worden. Das teilte die Heidelberger Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Ein Sachverständigengutachten hatte demnach ergeben, dass die von verschiedenen Zuschauern berichteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht auf dem Einsatz der Lautsprecheranlage beruhen können.

“Ein Sachverständigengutachten hatte demnach ergeben, dass die von verschiedenen Zuschauern berichteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht auf dem Einsatz der Lautsprecheranlage beruhen können.”

Schützt der DFB die TSG Hoffenheim im Fall der Körperverletzung?

Fakt ist – bei meheren Heimspielen, so unter anderem gegen den FSV Mainz 05, Eintracht Frankfurt und den 1. FC Köln, hatten der emsige Hausmeister und sein Helfer die gegnerischen Anhänger mit Hochfrequenztönen aus einer selbstgebauten Schallkanone bombardiert. Die Dortmunder Fans erstellten schließlich Anzeige, nachdem mindestens ein Zuschauer einen Hörsturz durch diese Anlage erlitt. Der Mäzen Dietmar Hopp will natürlich davon nichts gewusst haben. Wer’s glaubt, wird seelig, denn bei einer Größe des Gerätes – 1.30 Meter auf einem rollbaren Untersatz geschraubt und mit 60 Kabeln an das Stromnetz des Stadions angeschlossen – sind solche Aussagen kaum vorstellbar!

http://www.ultrafans.de/index.php/schutzt-der-dfb-die-tsg-hoffenheim-im-fall-der-korperverletzung/

Dez
06

Stellungnahme zu den Vorfällen im Gästeblock mit vielen Verletzten durch den Polizeieinsatz

http://ultra1894.de/index.php?page=news

“05.12.11: Stellungnahme zum Spiel des KSC bei Eintracht Frankfurt

Jedem Fussball-Fan ist bewusst, dass er heutzutage unter Umständen mit einer Strafe zu rechnen hat, wenn er im Stadion Pyrotechnik zündet oder einen Zaun besteigt. Dies sind zwar Dinge, die noch vor ein paar Jahren völlig legitim waren und deshalb zur Fankultur dazu gehören, aber heute leider auf vollkommen übertriebene Weise kriminalisiert werden. Dass aber ein Fußball-Fan deswegen um sein Leben fürchten muss, das ist in der Tat eine neue und erschreckende Dimension und Indiz dafür, was in unserem Land mittlerweile möglich geworden ist.

Als am Samstag zu Beginn des Spiels ein Fan versuchte, den Zaun zu besteigen um dort eine Zaunfahne anzubringen, fingen die “Ordnungskräfte”, die sich vor den Fans postiert hatten, wie auf Kommando und ohne Umschweife an, auf alles und jeden einzuprügeln, der in ihrer Reichweite stand. Der Fan mit der Fahne wurde von drei Ordnern rabiat zu Boden gerissen und am Boden mit Schlägen und Tritten eingedeckt. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich wehrt, wenn er angegriffen wird und somit kam es zu einer Massenschlägerei.

Als wäre diese Eskalation noch nicht schlimm genug gewesen, stürmte eine vermummte und mit Pfefferspray und Schlagstöcken bewaffnete Kampfeinheit der Polizei den Gästeblock und sprühte das Reizgas wahllos jedem ins Gesicht, den sie damit erreichen konnten. Laut Gesetz darf dies eigentlich nur als Mittel zur Abstandshaltung eingesetzt werden und der Einsatz muss mehrfach angedroht werden (§21 UZwG). Diese Androhungen erfolgten natürlich nicht und es war aufgrund der Enge im Stehplatzbereich nicht möglich, sich diesem Einsatz auf irgendeine Weise zu entziehen.

Jetzt kam es zu unglaublichen Szenen, denn die Polizisten steigerten die Brutalität dieser Auseinandersetzung um ein Vielfaches. Jeder, der in ihrem Weg stand, wurde aufs Übelste verprügelt, ohne nur die geringste Abwägung zu treffen, ob diese Person irgendwas verbrochen hatte, oder nicht. Auffällig war hierbei, dass die Beamten keineswegs an einer Lösung oder Beendigung des Konfliktes interessiert waren, im Gegenteil: es war offensichtlich, dass sie Personen verletzten wollten, denn wenn einem Menschen, der am Boden liegt, noch auf den Kopf getreten wird, dient das wohl nur zu einem Zweck: der Verletzung oder gar der versuchten Tötung dieser Person! Es wurden zahlreiche und teilweise verletzte Fans wie erlegte Tiere aus dem Block geschleift. Dieser Einsatz war an Brutalität und Menschenverachtung kaum zu überbieten und steht als Reaktion in absolut keinem Verhältnis zu dem bloßen Besteigen eines Zaunes!

Da die Polizisten allesamt vermummt waren, konnten sich diese der Verfolgung ihrer Straftaten natürlich erfolgreich entziehen und es konnte niemand direkt angezeigt werden. Anders bei den Ordnern, die man aufgrund einer eindeutigen Nummer identifizieren konnte. Hier wurden mittlerweile schon diverse Anzeigen wegen Körperverletzung erstattet!

Als sich die Situation etwas beruhigt hatte, schüttete die Polizei erneut frisches Öl ins Feuer, indem sie einige Personen, die den Gästeblock verließen, um sich auf den Toiletten das Reizgas aus den Augen zu waschen, auf wiederum brutalste Weise festnahm. Aus Solidarität zu den Verletzten und damit nicht noch mehr einzelne Leute festgenommen werden konnten, verließ ein Großteil der Ultras den Block. Aufgrund dieser furchtbaren und gegen alle Grundsätze der Humanität verstoßenden Vorkommnisse war es vielen Fans nicht mehr möglich, die Mannschaft weiterhin zu unterstützen.

Da die Polizei ihre Eskalationstaktik auch nach dem Spiel im äußeren Bereich des Gästeblockes fortführte, kam es auch hier zu grauenhaften Jagdszenen, bei denen offenbar einem 12-jähriges Kind einige Knochen gebrochen wurden, weil die Beamten auf alles und jeden einschlugen, der ihnen in die Quere kam. Ein Opfer, welches die Polizei hier offenbar gern in Kauf nahm. Im übrigen verdichtet sich seit Samstag immer mehr der Verdacht, daß dieser Einsatz gewollt und vor allem bewusst herbei geführt wurde. So haben wir beispielsweise die Aussage einer Mutter vorliegen, die vor dem Spiel mit ihrem Kind in den Gästeblock wollte, und von den Ordnern als Antwort bekam, dass das nicht gehen würden, weil in diesem Block heute noch Reizgas eingesetzt wird! Des weiteren gibt es eine Aussage eines an der Prügelei unbeteiligten KSC-Ordners, der darauf hinwies, dass die Ordner eine Auseinandersetzung starten sollten, damit die Kampfeinheit der Polizei einen Grund für einen Einsatz hatte.

Wir hoffen, dass dieser Vorfall die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und auch die unseres Vereines erregen wird und daß die Verantwortlichen wie der Einsatzleiter der Polizei oder der Chef der Ordnungskräfte zur Rechenschaft gezogen werden. Im übrigen verhielten sich bis zu dem Zeitpunkt der Eskalation alle KSC-Fans bei der Anfahrt mit dem Zug sowie beim Marsch zum Stadion vorbildlich und es kam zu keinerlei erwähnenswerten Zwischenfällen.

Fast schon kurios ist auch der offizielle Polizeibericht zu diesem Spiel, indem lediglich davon gesprochen wird, dass die beiden Fangruppen erfolgreich voneinander getrennt wurden. Die 85 (!) verletzten KSC-Fans, die der brutale Einsatz zur Folge hatte, werden mit keiner Silbe erwähnt.

Zum Schluss noch etwas zu dem Einsatz von Böllern. Wir Ultras distanzieren uns entschieden von diesen Dingern. Böller sind gefährlich und nicht zu kontrollieren. Egal woher die Böller am Samstag letzten Endes kamen (man konnte nicht feststellen, ob die Böller aus dem Gästebereich oder aus dem Nachbarblock geworfen wurden), wir wollen diese bei uns nicht haben und werden alles in unserer Macht stehende tun, um das in Zukunft (wie bisher auch) zu verhindern.
[Ultra 1894 Karlsruhe"]

mehr – http://www.ultras.ws/eintracht-frankfurt—karlsruher-sc-t10826-s8.html