Ultras Ultra Hooligans Hools

Infos aus der Fanszene – Die Wahrheit ist oft schmerzhaft!
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Ultras Forum

Feb
10

Remember 10. Februar 2007 – heute vor 5 Jahren in Leipzig

Ein Augenzeugebericht von damals:

(…) Wow. Éin geiler Tag seid langen wieder.
Ich versuche mal die Ereignisse des Nachmittages zusammen zu fassen.

Tatort Stadion:
Erste Halbzeit Gesänge und zur Pause Kümmerling im Casino.
Dann wieder raus, weil Nebelschwaden nach Anpfiff durchs stadion zogen.
Kurz nach Halbzeitpause Sturm auf Zaun Gegengerade zu Gästeblock mit ca. 70 Leuten davon 20 sehr Gute.
Auf Zaun und nur durch massiven Angriff von Pfefferspray durch ****** davon gehindert den Block zu stürmen.
1:0 für die ******
Mich hat es dabei echt schwer verletzt, Flüssigkeit direkt ins Gesicht, beide Augen bekommen.
Vielen Dank an meinen Begleiter der mir den Weg zur VIP Lounge Toilette frei gemacht hat.
Gesicht viertel h gespült, mega Brennen auf Wangen und in den Augen.
Wollte echt nicht aufhören. Mittlerweile füllten sich die WCs mmit Verletzten, ich schätze nur das was ich alleine gesehen habe mind. 15 Mann.
Habe mich dann aufs damen WC verdrückt, weil mHerren WC Waschbecken echt zu voll wurden und habe dann mit Flüssigseife Gesicht gewaschen. danach ging es wieder.

Tatort vorm Stadion nach Spielende:
Mit ca. 300 Mann gesammelt und ohne Überlegen gleich ******wagen angegriffen und demoliert. Kurzes Hin und Her mit ****** ohne zu verlieren.
1:1 unentschieden

Tatort Kreuzung nach Spielende:
Mob gesammelt, wieder rum stehende ******wagen angegriffen und demoliert.
Mob auf Kreuzung gesammelt und dann einen massiven Angriff auf Einsatzfahrzeuge und Beamte gestartet wobei mit Hilfe von Steinen und Latten die herbei geeilten Beamten vom feinsten eingedeckt wurden.
Die standen echt iin ner Ecke bei der Sparkassen und haben sich ne viertel h nur bewerfen lassen.
Ob es da Verletzte gab konnte ich nicht erkennen, ist aber anzunehmen.
Mittlerweile verdunkelten rauchschwaden von angezündeten Müllcontailer die als Barrikaden auf die Straße gezogen wurden sowie Nebelbomben die außer halb des Stadion deponiert waren die Kreuzung.

Dann kam ich zu meinen Schlüsselerlebnis als mich echt ein Zivibulle in grüner Hose, grüner Jacke und schwarzer Weste und ein kleiner Zivi total in schwarz
zu mir kam sich vorstellte als POLIZEI, BITTE MITKOMMEN !
Eh was denkst du denn wem du gegenüber stehst?
Ich meine, ich vermummt, ne Nebelgranate und ein Feuerzeug in der Hand drohend vors Gesicht gehalten …
Ich kam mir vor wie ne schwarze Witwe mit nem Sprengstoffgürtel um!!
Beide umgedreht, ich den einen ein Schlag auf den Hinterkopf und dann unseren Leuten die ****** zu erkennen gegeben.
Folge> Hatz auf die ******> Zick Zack Kaninchenkurs der Zivis mit Purzelbäumen im Laufen.
Eh den ging echt der Arsch, von ca. 15 Mann gejagt.
Dann der große war weg, der schwarze durch Beinstellen gestürtzt und am aufstehen panisch sich umdrehend einmal in die Luft geschossen.
Das ganze spielte sich hinter dem Mob ab, der Steinbeschuss auf die ****** ging unterdessen weiter.
Ich denkke das die ****** echt eine Revanche für den Tränengasangriff erhalten haben.
1:2 fÜr uns !!!

Was im Anschluss folgte waren lose Angriffe auf vorbeifahrende Streifenwagen, Türe auf, Leuchtspur rein, Steine drauf, sich vor Angst in die Hosen scheisende ****** die versucht haben aus dem Stau auszubrechen und über den Bürgersteig mit den Wagen zu flüchten.

Ganz großes Lob an unsere jungen Leute für die das echt heute mal ein mege Erlebniss gewesen sein muß, Grüße und Genesungswünsche an alle Verletzten.

Rechtschreibfehler seien mir verziehen. (…)

http://www.ultras.ws/lok—aue-ii-schwere-ausschreitungen-t824-s24.html

Feb
10

Brutale Hoffenheimer Schläger verletzen Gästefan schwer!

Im Anschluss an das DFB-Pokal-Spiel TSG 1899 Hoffenheim gegen Greuther Fürth war es am Mittwoch zwischen den beiden 27 und 31 Jahre alten Hoffenheimer Fans und Mitgliedern einer dreiköpfigen Familie aus dem Fürther Fanlager vor dem Stadion zu einer Auseinandersetzung gekommen, worauf der 26-jährige Schwiegersohn der Familie mit einem Rettungswagen in eine Klinik eingeliefert werden musste.

Die Schwiegereltern des schwer Verletzten begaben sich ebenfalls wegen Prellungen zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus.

Zeugen hatten die beiden nach der Tat geflohenen Verdächtigen erkannt und die Polizei informiert. Nach den Recherchen der Sinsheimer Polizei noch am Mittwochabend sind beide Verdächtige in der Vergangenheit bereits wegen ähnlicher Delikte aktenkundig geworden.

Schwere Kopf- und Wirbelverletzungen

Nachdem bei dem 26-Jährigen schwere Kopf- und Wirbelverletzungen festgestellt worden sind, wurde er in eine Heidelberger Spezialklinik verlegt, wo eine Operation unausweichlich sein wird.

Die Ermittlungen der Sinsheimer Polizei dauern an.

http://www.ultras.ws/tsg-hoffenheim—spvgg-greuther-fuerth-08022012-t11138.html

Feb
09

Die Gewerkschaft der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern (GdP M-V) erklärt das deutsche Gewaltproblem im Fußball. Dabei wird auf gewalttätige Ultras, allgemeine Gefahren für den deutschen Fußball sowie auf den negativen Wirtschaftsfaktor für Vereine eingegangen. Einige Auszüge dieser umfangreichen Ausarbeitung, welche natürlich nur den einseitigen Blickwinkel der Polizei darlegt, publiziert Ostfussball.com nachfolgend an dieser Stelle zur eigenen meinungsbildenden Lektüre.

RHS Dresden, Oktober 2010 (Foto: Ultras Dynamo)

http://ostfussball.com/fc-hansa-rostock-polizei-erklaert-das-ultra-phaenomen-1121/

 

Eine Art offener Brief an den Autor des Artikels.

Sehr geehrter Herr Kühl,

vielen Dank für Ihren wunderbaren Beitrag “Der deutsche Fußball und sein Gewaltproblem”.

Sie schreiben mit vielen schönen Worten jede Menge interessante Dinge.

Auf einige davon möchte ich – wenn Sie gestatten – kurz eingehen:

„Verletzte Ordner, Polizisten und Besucher von Stadien sind jedes Wochenende zu beklagen. Die Gewalt nimmt in Intensität und Härte weiter zu. Eine offene Bauchwunde eines Polizisten in Osnabrück nach dem Wurf eines Böllers, Fans die um ihr Leben laufen, um nicht von Dresdner Ultras erreicht zu werden, das gezielte Abfeuern von Leuchtraketen auf den Gästefanbereich bestimmen mittlerweile die Schlagzeilen und die Diskussionen.”

Es ist wirklich schade, dass es immer wieder zu Verletzten in Stadien kommt. Gehen wir der Sache doch mal sachlich auf den Grund, Sie haben doch sicher Statistiken zu diesem Thema. Mich interessiert, wie viel Prozent der Verletzten durch Böller und Leuchtspur verletzt werden. Dies ist – da muss ich Ihnen zustimmen – eine Unsitte. Jedoch ist es falsch, dies als ein Problem der Ultraszene oder der heutigen Zeit zu betrachten, wie Sie – auch wenn Sie dies bewusst verschweigen – sicherlich wissen. Die Hochzeit solcher Aktionen waren vielmehr die 80er und 90er Jahre. Aber da es dort in Deutschland keine Ultras gab, kann man damit natürlich in Ihrer Lage schlecht argumentieren. Wie soll denn sonst den Lesern auch das Gewaltproblem nahegebracht werden? Sehr spannend fände ich auch die Zahl der Verletzten durch unnötigen Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray durch Polizeibeamte oder aggressive und schlecht ausgebildete Ordner.

Die „gewaltbereiten Ultras“ – wie ich persönlich finde, eine subjektive, nicht zutreffende Verallgemeinerung – nehmen also Einfluss auf die Spieltagsplanung.

Irgendwie interessant. Seit Jahren gibt es Kampagnen wie Pro15:30, die es nicht schaffen, Einfluss zu nehmen. Bisher dachte ich, dass Polizei und DFL schuld daran sind, dank Ihnen weiß ich nun, dass es die Ultras sind. Diese scheinen zusätzlich noch plündernd und brandschatzend durch die Lande zu ziehen. Rastplätze und Bahn sind scheinbar Kriegsschauplätze. Sogar der reguläre Spielbetrieb ist gefährdet.

Vielen Dank, dass Sie mich aufklären – wenn auch ein paar Quellenangaben (bitte nicht Polizeiberichte, die sind auch nicht näher an den Fakten oder objektiver, als die Bild oder der Express) nett wären. Ich scheine wöchentlich andere Bahnen zu benutzen, andere Stadien zu besuchen und auch andere Rastplätze aufzusuchen, als diese Verbrecher. Dabei sollte doch bei zweiwöchentlichen Reisen durch Deutschland und intensiver Bahnbenutzung im Ruhrgebiet wenigstens ab und an mal meine Gesundheit gefährdet sein. Oder ist das hier nur das gleiche Prinzip, wie es die Bush-Administration so schön vorgelebt hat? Das Schaffen einer fiktiven Bedrohung um weitergehende Befugnisse zu erhalten? Das wäre ja sinnvoll – wenn man gerne mehr Stellen, mehr Macht und überhaupt ein besseres Standing für seine Behörde möchte.

Regelmäßige Erstürmung klingt auch – für Laien – sehr nach gefährlichen Horden. Ebenso die „nicht mehr kontrollierbaren“ Blöcke. Allerdings muss man – wenn Sie objektiv drüber nachdenken, oder dies zumindest versuchen – doch sagen, dass auch diese Erstürmungen früher häufiger der Fall waren und die Blöcke gar nicht kontrolliert wurden.

Eine meiner absoluten Lieblingspassagen, die mir ganz klar zeigt, dass diese Ultras wirklich vom Teufel gesandt wurden, ist die folgende: „In den letzten Jahren fand eine immer stärkere Vernetzung der einzelnen Ultraszenen statt. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass gemeinnützige Vereine gegründet und geschlossene Netzwerke gebildet wurden.“ Wie können die nur? Sich organisieren in Vereinen? Noch dazu gemeinnützig? Das schreit ja geradezu nach Gewalt, Verfassungsfeindlichkeit und Kriminalität. Wie sonst sollte man unentgeltliches soziales Engagement bezeichnen?

Problematisch ist natürlich, dass die Ultras „eine fast schon krankhafte Angst vor Infiltration durch die Polizei und den Staat im Allgemeinen“ haben. Wie können die nur? Wo doch die Polizei ihr Freund und Helfer ist und stets zum Dialog bereit ist. Auch Sie reichen den Ultras ja geradezu die Hand und schreiben diesen objektiven Artikel. Wie diese verzogenen Gewalttäter sich da erdreisten können, keine Ihrer Kollegen in Ihrer Mitte zu dulden, fragt sich wohl jeder aufrechte Bürger. Haben da eventuell einige Ihrer übereifrigen Kollegen im Eska… äh… Deeskalationstraining wieder nicht aufgepasst? Hat da wieder jemand den goldenen Schlagstock verdient? In diesem Falle sind gewisse Ressentiments durchaus nicht ganz unverständlich, oder? Oder wie reagieren Sie, wenn Sie bei Auswärtsfahrten keinerlei Rechte haben, dafür aber drangsaliert werden? Mit Liebe und Zuneigung?

Sehr schön finde ich auch den humoristischen Zwischenpart, der Außenstehenden allerdings vorgaukelt, der Realität zu entsprechen. Bitte kennzeichnen Sie Ironie in Zukunft etwas deutlicher, bevor falsche Schlüsse gezogen werden. Sie wissen schon, das Punktesystem. Klar klingt es witzig und fast jeder merkt, dass es nicht ernstgemeint ist, aber es gibt halt auch Menschen, die weniger schnell denken. Zu deren Schutz vor falschen Erkenntnissen dieser Tipp.

„Durch die Gründung von Dachvereinen sichert sich die Ultrabewegung ihre Geschäftsfähigkeit und weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Neben der Erhebung von Mitgliedsbeiträgen ist so auch die Anmietung von Sonderzügen für Eventfahrten möglich.“

Jetzt stehe ich etwas auf dem Schlauch, muss ich schweren Herzens gestehen. Ich bin halt doch nur ein Normalbürger und Fußballfan und dementsprechend vermutlich einfach nicht gewappnet für Ihre begnadete Logik und Rhetorik.

Erhebung von Mitgliedsbeiträgen ist also nur mit Dachvereinen möglich? Wie kommt es dann, dass auch meine Gruppe Beiträge erhebt? Nutzen wir eine Gesetzeslücke? Tun wir etwas Illegales? Bitte klären Sie mich auf.

Noch verwirrender finde ich den Verweis auf die Sonderzüge. Das ist doch spitze, oder? Irgendwie passt diese frohe Botschaft aber nicht in den Tenor Ihres Artikels, weswegen ich lieber noch einmal nachfrage:

Wenn Diese gewaltbereiten Horden einen Sonderzug nutzen, dann treffen Sie doch weder auf Rastplätzen, noch in der Bahn auf ahnungslose, zurecht ängstliche Mitbürger. Dies ist doch wunderbar und sollte unterstützt werden um die innere Sicherheit unseres Landes zu retten. Zusätzlich sind dadurch doch Polizisten frei. Also kann man sich entweder weniger wichtigen Themen wie Mord, Vergewaltigung und Co widmen, Urlaub machen oder an anderen Rastplätzen und in anderen Bahnen das Hauptgesellschaftsproblem „Ultras“ angehen.

Jetzt finden Sie einen nahtlosen, toll gelungenen Übergang zum Thema Wirtschaft und erkennen direkt, dass Kommerzialisierung dem „Ultramanifest“ widerspricht. Klasse. Wirkt auf Außenstehende direkt sehr belesen und empathisch und führt auch noch die Absurdität der Ultras vor Augen. Chapeau.

Allerdings finde ich einiges merkwürdig. Diese wenigen Ultras, die, wie Sie ja selber anführen, für die Wirtschaftskraft des Vereins nicht von großem Belang sind, entziehen diesem (da Sie ja zu großen Teilen wirtschaftlich beschränkte Möglichkeiten haben) Geld, was diesen wirtschaftlich schwächt. Ich weiß nicht, ob zusätzlich zu meinen schwachen wirtschaftlichen Möglichkeiten auch meine kognitiven beschränkt sind, aber mir persönlich kommt dies widersprüchlich vor.

Ach so. Das mit dem Ultramanifest ist eh so eine Sache. Aber das sollten Sie als Kenner ja wissen. Ansonsten fragen Sie doch Onkel Pilz, der ist vermutlich der Einzige, der noch fundierteres Wissen über die Szene hat, als Sie oder die meisten SKBs. Vermutlich hat er sich im Punktesystem nach oben gekämpft, wie sonst könnte man in dieser geschlossenen Ultragesellschaft an Informationen gelangen?

„Die Ultras sind im täglichen Leben sehr präsent. Neben den häufigen Treffen in den Vereinsräumen, trifft man sich in Diskotheken und anderen Szenelokalen.“

Dieser Satz hat mich schockiert. Diese Teufel sind so infam und tarnen sich zwischendurch als normale Menschen? Sie gehen in Kneipen und Diskotheken? Ich hoffe mal, dass ich wenigstens auf der Arbeit vor ihnen sicher bin. Wirtschaftlich schwache Menschen mit solchem Aggressionspotential sind doch sicherlich alle arbeitslos, oder? Sollte man diesen Subjekten nicht verbieten, den Fuß vor die Tür zu setzen? Vielleicht habe ich ja sogar unwissentlich schon mal Kontakt mit einem gehabt. Letztens in der Kneipe saß ich bei einem Wasser da und ein komischer, brutal aussehender Kerl (biertrinkend) sah mich aggressiv an. War das eventuell ein ultra? Hätte ich Ihre Kollegen rufen sollen?

Aber ab und an müssen die wohl wirklich vor die Tür. Jetzt – und das ist wirklich erschreckend – traue ich mich nicht mehr ins Fitnessstudio. Nachher begegne ich dort diesen Kampfsportlern und sie greifen mich hinterrücks an. Oder schlimmer noch: Wenn ich trainiere und Fußball schaue, könnte ich selber dieser Truppe zugeordnet werden. Meine gesamte Reputation wäre im Eimer, wenn Sie diesen saloppen Ton entschuldigen würden.

Ein weiterer toller Abschnitt ist der folgende:

„Durch das vorhandene Bildungsniveau gelingt es den Ultras sowohl bei den Vereinsgremien als auch bei den Medien Gehör zu finden. Sie vermitteln den Eindruck, dass man mit ihnen über alles reden kann und sie eigentlich „nur“ aktive Fans des Vereins sind. Für Ausschreitungen machen sie in der Regel Einzeltäter, den Ordnungsdienst oder die Polizei verantwortlich. Durch die Unwissenheit der Gesprächspartner über die Struktur und die Ziele der Ultras erreichen sie immer wieder Verständnis für ihre Positionen und positive Verhandlungsergebnisse.“

Dazu ein paar Fragen und Anmerkungen:

Wie kommen diese rohen Kerle an Bildung? Und warum ist es nicht so, wie es doch in Deutschland vielen Studien zufolge ist, dass Bildung und Kaufkraft durchaus Hand in Hand gehen? Wie sieht eigentlich dieses „Gehör bei den Medien“ aus? Ich muss gestehen, ich verstehe die meisten Beiträge mit dem Wort „Ultra“ (oder halt dessen logischen Synonymen wie „sogenannte Fußballfans“, „Chaoten“, „Randalierer“, Hooligans“ bisher immer als negativ. Sollten die Ultras etwa noch schlimmer sein? Und Unwissenheit führt zu Verständnis? Ach kommen Sie, das ist nun aber wirklich scherzhaft gemeint, oder? Ich meine, dass Unwissenheit oder Unkenntnis zu Angst oder Ablehnung führt, war mir bewusst und ist auch bewiesen, aber zu Verständnis? Könnten Sie mir Kretin das bitte belegen, damit auch ich mich an Ihrem Wissen laben kann, ohne weitere offene Fragen?

„Ein häufiger Fehler im medialen Umgang mit den Ultras ist die Gleichsetzung mit Hooligans. Beide Gruppen sind in keiner Weise vergleichbar und verfolgen unterschiedliche Ziele. Hatten die Hooligans in erster Linie das Ziel ein Kräftemessen mit Gleichgesinnten durchzuführen (ersatzweise auch mal mit der Polizei), verfolgen die Ultras das Ziel, dem Fußball in allen Facetten ihren Stempel aufzudrücken.

Hatten Hooligans bei Auseinandersetzungen noch Regeln und einen Ehrenkodex werfen die Ultras zur Sicherung und Ausbau ihrer Macht alle Regeln über Bord. Auf ihrer Jagd nach Trophäen und gegnerischen Fanutensilien ist kein friedlicher Fußballfan mehr sicher. Mittlerweile gibt es im Internet Verhaltenshinweise für Auswärtsfahrten zu bestimmten Vereinen. Es wird empfohlen, bestimmte Straßenzüge zu meiden und wenn möglich, nur in größeren Gruppen zum Stadion zu gehen. Die Fanutensilien sollte bei der Anreise nur verdeckt getragen werden. Das sind die Szenarien, die die Anreise friedlicher Fußballfans zu einem Auswärtsspiel bestimmen. Verantwortlich für diese Entwicklung sind die Ultras und ihr Verständnis vom Event Fußball.“

Ein weiterer sehr interessanter – wenn auch sicher nicht ernstgemeinter – Absatz.

Richtig ist, dass Medien (und interessanterweise auch Ihre Kollegen bei der Polizei – vielleicht können Sie diese ja mal schulen) und deren Vertreter oft den Fehler machen, Hooligans und Ultras in einen Topf zu werfen. Dies geschieht deswegen, da der Begriff Ultras noch zu unbekannt, der Begriff Hooligans jedoch schon genügend negativ belastet ist. Dies zu Gunsten der Ultras auszulegen ist wirklich ein humoristisches Meisterstück.

Die Themen Ehrenkodex und Jagd nach Utensilien sind mir etwas zu oberflächlich behandelt worden. Schon in den 70ern war dies in Ost und West gang und gebe (also das sogenannte Ziehen oder Ruppen). Es ist also sicherlich – wenn es auch nicht legal und nicht schön ist – keine Erfindung der Ultras und tritt auch nicht stärker auf, als früher. Ehrenkodex ist wieder mal ein schönes Wort. Diesen gibt es bei Hooligans (meist) und Ultras (relativ häufig). Beide Gruppen sind jedoch vereint in der Ansicht, dass Außenstehende möglichst nicht in die Angelegenheiten einbezogen werden. Die Empfehlung bestimmte Stadtteile zu meiden, kam, fernab vom Fußball, auch in ausländischen Medien vor der WM 2006 vor. Auch in meiner Stadt und anderen Großstädten gibt es Viertel, die man nicht unbedingt abends oder alleine durchqueren möchte (ja manchmal fahren nicht einmal mehr Ihre Kollegen dort alleine lang). Dies liegt also alles an den Ultras? Und ich dachte schon, dass dies an tiefergehenden sozialpolitischen Themen wie Gettoisierung liegen könnte. Zum Glück haben Sie mich bekehrt. Ich fühle mich jetzt, da das Problem viel greifbarer und lösbarer erscheint viel sicherer und erwarte eine schnelle und gewohnt kompetente Lösung.

„Die Ultraszene übt eine ungebrochene Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche aus. Auf der Suche nach Halt und Anerkennung in der Gesellschaft, finden die Kinder und Jugendlichen gleichgesinnte Partner in der Ultraszene. Durch das immer geringer werdende staatliche Angebot von Freizeitaktivitäten erhöht sich das Potential von Kinder und Jugendlichen, die die Treffpunkte der Ultras nutzen. Bei den Diskussionen über den Fußball und beim Herstellen der Choreografien finden sie Anerkennung, fühlen sich verstanden und gehören zur Gruppe. Die regelmäßigen Besuche der Treffpunkte ermöglicht auch eine intensive Werbung für die Grundsätzen und den Verhaltenskodexes der Ultras.“

Das ist mal ein Absatz, der mich verwundert. Der Staat ist doch perfekt, oder? Wie kann es dann sein, dass Jugendliche sich dennoch den Ultras zuwenden? Welches Ziel verfolgt der Staat denn mit diesen Kürzungen (übrigens ist auch die Unterstützung der Fanprojekte durch die Länder nicht gerade das Gelbe vom Ei)?

Und was ist so schlimm an kostenfreien Beschäftigungen, die Jugendliche von den Straßen holen? Wird dort heimlich eine terroristische Bewegung gegründet, die die Straßen langfristig noch unsicherer macht? Oder werden dort Kreativität, Zusammenhalt, Denken entgegen des Mainstream, Liebe zum Sport und weitere Dinge vermittelt, die eigentlich Sache der Eltern und des Staates sind? Wer versagt und wer sich hier gut engagiert, ist doch eigentlich logisch, oder?

Jetzt legen Sie sogar noch mal richtig los. Zwischen den Zeilen des nächsten Absatzes gelesen, sieht man, dass Demokratie und Vereinsrecht gefährlich sind. Herr Kühl, sind Sie etwa verfassungsfeindlich und sollten beobachtet werden? Ich hoffe, Sie lassen dann ständige Drangsalierung und Überwachung zu, sonst müsste ich denken, dass Sie mit den aussagen zur Angst vor Infiltration eine gewisse Bigotterie an den Tag legen.

„Der Anfang einer Lösung beginnt bei den Vereinen. Sie müssen sich konsequent von dem gewaltbereiten Teil der Ultras distanzieren. Dazu gehört auch, Maßnahmen gegen die gesamte Ultraszene anzudrohen und auch zu vollziehen, wenn sie sich nicht von den Gewalttätern trennt. Die Situation ist derart gefährlich, dass häufig nur noch konsequentes Vorgehen gegen die gewaltbereite Szene zur Lösung führt.

Es sollte darüber nachgedacht werden, ob die Vereinsstrukturen aufgrund der brisanten Situation noch zeitgemäß sind. Ein durch die Mitgliederversammlung zu wählender Aufsichtsrat ist eine Schwachstelle, wenn man bedenkt, dass die Mitgliederversammlung durch die zahlreichen Mitglieder der Ultraszene dominiert werden kann.“

Sippenhaft ist also der richtige Weg? Es erfreut mich, dass so das polizeiliche Verständnis eines Rechtstaates aussieht. Es deckt sich wunderbar mit den Ansichten von Saddam, Assad und Co. Und diesen wollen wir doch alle nacheifern, oder? Die Situation ist also derart gefährlich? Aber jetzt, wo Sie diese unheimliche Bedrohung aufgedeckt haben, kann ja an sich nichts mehr passieren.

Konsequentes Vorgehen hilft also?

Wie sieht denn diese Konsequenz aus? Bisher kenn ich die Varianten Sippenhaft (wie oben zu lesen sinnvoll und wünschenswert), unbegründete (oder zur Not durch Lügen erreichte) Stadion- und Stadtverbote und natürlich die beliebten erfundenen anzeigen, Pfefferspray in Menschenmengen und ähnliches. Heißt Konsequenz in diesem Zusammenhang, dass Sie wirklich einmal konsequent den propagierten – aber nie wirklich umgesetzten (ok, Schulungen sind teuer, Empathie kann man im Gegensatz zu Stockkampf nicht lernen…) – Ansatz der Deeskalation nutzen möchten? Oder werden nur die Instrumente der Willkür stärker und flächendeckender eingesetzt?

Letzteres würde natürlich die Spirale der Ablehnung aufhalten. Sie als scheinbar promovierter Psychologe und Soziologe haben da wohl das Ei des Kolumbus neu entdeckt. Respekt dafür. Oder ist konsequentes Vorgehen etwa wieder mal nur eine leere Worthülse, die vortäuschen soll, dass die Polizei weiß, was sie tut? Wirklich viel Innovatives (wenn man davon ausgeht, dass wir nicht in den 30ern leben) ist da nun wirklich nicht dabei.

„Die Berufung von Fanbeauftragten aus der Ultraszene eines Vereins sind Organisationsentscheidungen, die schnellstmöglich revidiert werden müssen. Es ist nicht möglich Maßnahmen gegen gewaltbereite Ultras durchzuführen, wenn der Fanbeauftragte in der Ultraszene tief verwurzelt ist. Eine derartige Konstellation ist keinem Partner des Vereins zuzumuten. Dem Verein muss klar sein: gewaltbereite Ultras können nicht in die herkömmliche Fanarbeit integriert werden. Sie verfolgen ihre eigenen Ziele, die zum Teil den Vereinszielen entgegenstehen. Das Ziel einer neuausgerichteten Fanarbeit sollte die Zurückdrängung des Einflusses der Ultras sein.

Diese Fanarbeit sollte durch Personen geleistet werden, die eine sozialpädagogische Ausbildung vorweisen können. Des Weiteren sind diese Fanbetreuer intensiv über die Ultraszene aufzuklären und fortzubilden. Wünschenswert wäre es, wenn ehemalige Spieler des Vereins in die Fanarbeit integriert werden. Auch diese sind im Vorfeld intensiv zu beschulen.“

Hm. Es ist also verkehrt, Leute, die die Fanszene und „ihre Pappenheimer“ kennen als Fanbeauftragte einzusetzen? Stattdessen sollten auswärtige Personen gewählt werden? Dazu eine kleine Frage: Warum wehrt sich die Polizei eigentlich so standhaft gegen Überprüfungen von unabhängiger Seite? Warum dürfen Polizisten, die sich – allen Statistiken nach – ordentlich gegenseitig decken, gegeneinander ermitteln und zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass der Betroffene unschuldig ist? Sollte die Polizei dann nicht mit gutem Beispiel vorangehen?

Ok, ich gebe zu, dass dieses Beispiel etwas an Ihrem vorbeigeht. Aber ich versuche das mal anders zu erläutern, vielleicht verstehen Sie dies ja.

In der Schule haben wir früher immer den Klassensprecher gewählt. Meist war dies einer der Rabauken. Hätte man stattdessen jemanden von Außen genommen, wäre keiner jemals zu dieser Person gegangen und die Position hätte sich selbst ad absurdum geführt. Das Selbe geschieht, wenn man einer gewachsenen Fanszene szenefremde Personen aufoktruiert. Diese finden keine Akzeptanz und werden demnach immer nur ein Schattendasein führen.

Sozialpädagogische Schulungen halte ich für eine gute Sache. Wenn genug Gelder in die Fanprojekte fließen wäre das auch machbar (und in vielen Vereinen ist es auch so). Aber auch hier einmal die Frage: Sollten nicht Leute, die mit Stöcken und Pfefferspray hantieren zumindest halbwegs emotional ausgeglichen sein? Sollten nicht gerade diese Personen vernünftig ausgewählt und geschult werden? Und zwar im sozialen, wie auch im psychologischen Bereich? Gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Interessant auch, dass Personen, die teilweise Interessen des Vereins entgegenstehen (welchen denn und auf welche Art? Weil diese Leute nicht die totale Kommerzialisierung wünschen? Tun dies nicht auch immer mehr Menschen in immer mehr Ländern außerhalb des Fußballs? Sollte man diese dann auch ausgrenzen, statt Sie miteinzubeziehen? Interessante Ideen, die von uns Steuerzahlern bezahlte Menschen so haben…) nicht integriert werden können und zurückgedrängt werden müssen. Ich fürchte, Sie kennen sich nicht sonderlich mit Massenpsychologie aus. Es kann schnell zu Solidarisierungseffekten führen, aber nur zu, gehen Sie weiter Ihren Weg.

„Die Gestaltung eines attraktiven Programms im Fanprojekt könnte den Einfluss der Ultras zurückdrängen.“

Nicht wirklich, aber dennoch wären staatliche Gelder für Fanprojekte und „normale“ Jugendhäuser doch mal was anderes, als andauernde Kürzungen. Na gut, für Theater und Museen zu sorgen ist halt wichtiger für diejenigen, die Macht und Geld haben, als Normalbürgern etwas zu bieten. Deshalb sollte man auch die Eintrittspreise für Stadien so weit nach oben setzen, dass der Pöbel nicht mehr teilhaben kann. Problem Ultras (wirtschaftlich schwach, wir erinnern uns) gelöst.

„Hundertschaften von Einsatzkräften versehen Woche für Woche ihren Dienst, um eine ordnungsgemäßen Spielbetrieb der Fußballligen abzusichern.“

Herr Kühl, noch mal der Versuch ernsthaft zu fragen: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie aus einem Zug steigen (in den Sie menschenunwürdig gepfercht wurden) und dann von einer bewaffneten, vor Testosteron strotzenden, gerüsteten Masse empfangen werden? Jubeln Sie und fühlen sich sicher? Oder fühlen Sie sich bedroht und bedrängt? Zweiteres löst zwangsläufig uralte Reflexe / Instinkte aus. Entweder Flucht oder aber Aggression. Tja. Und wenn dann die Polizei über die Jahre ihr Image gekonnt zerstört hat (Kinder wollen schon lange nicht mehr Polizist werden oder mit diesen zutun haben, wie es dann wohl mit so wie beschrieben behandelten Menschen aussieht, kann man sich denken) ist die Sache doch ganz logisch. Die Masse agiert / reagiert mit Aggression. In der Masse steigert sich das dann noch. Ohne Hundertschaften wäre häufiger weniger passiert. Aber, wer sich nicht in andere Menschen hineindenken kann, der kann es halt nicht. Allerdings haben diese Leute dann auch nichts mit einer Uniform auf der Straße zu suchen. Büroarbeit oder Putzdienst wäre eine schöne Alternative. Oder kräftig anpacken und schöne Jugendhäuser bauen, mal so als Anregung.

Auf die Erstürmungen (wie so einige Dinge ein uralter Hut und nicht nur nicht von den Ultras erfunden, sondern auch nicht nur von denen praktiziert) gehe ich mal nicht weiter ein.

„Neben den Rechten und Pflichten eines Ordners sollte der Umgang mit brennender Pyrotechnik geschult und über das Phänomen „Ultra“ aufgeklärt werden.“

Mein Tipp: Lassen Sie die Schulungen besser von jemandem durchführen, der wenigstens marginal Bescheid weiß oder sich die Mühe gibt, die Dinge objektiv darzustellen (Ok, das passt natürlich nicht zu Ihrer Intention, aber Hey, es würde Sinn machen, falls das noch eine Bedeutung für Sie hat, Herr Kühl).

So… jetzt habe ich mal ein wenig was geschrieben, aber den größten humoristischen Aspekt habe ich doch glatt noch unerwähnt gelassen. Den folgenden Teil lasse ich mal einfach völlig unkommentiert wirken. Na gut, nicht völlig.

„Leiter Fachausschuss Schutzpolizei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mecklenburg-Vorpommern“

Wenn Sie der Leiter eines Fachausschusses sind, wie sieht denn dann bitte das Wissen der anderen Beteiligten aus? Ist doch irgendwie grotesk, einen Blinden zum Farbenbeauftragten zu machen.

Besten Gruß und Danke für diesen lehrreichen und humorvollen Artikel, der mir die Arbeitszeit verkürzt hat.
Ollowain

PS: Wenn ich es recht bedenke, sollte man den Verfassungsschutz mal auf Grund Ihrer Demokratiefeindlichkeit und Propaganda dazu bringen, sich in Ihrem Fachausschuss umzusehen, denn der Fisch fängt ja am kopf an zu stinken.

PPS: Hotlinking auf die Suptras-Seite sorgt bereits für Freude im Internet. Danke auch dafür

hier gefunden – http://www.ultras.ws/stammtisch-deutschland-t7057-s11088.html

Feb
08

Kultvereine: Der Fall Schalke 04

Kommentare aus dem Forum von ultras.ws:

Es ist aber einzigartig, dass es eine Meile gibt wo in Zukunft sogar die Straßenschilder und die Staraßenlaternen blau und weiß gestaltet werden. Ja , Kneipen gibt es überall ABER in GE Schalke sind etliche Schalke Kneipen am Stück. Auf die größe der Stadt kommt es meiner Meinung nach nicht an, in GE ist das Verhältnis von Verein zur Stadt schon besonders. Wird man in GE geboren ist man einfach Schalker. Nicht zu vergessen wie es Samstags in GE aussieht wenn richtig viele S04 Fahnen in ganz GE gehisst sind. Was ist an einer Multifunktionsarena so schlimm ? Unsere Arena hebt sich wenigstens noch etwas ab von dem Einheitsbrei Dresden, Augsburg, Hoffenheim und und und….

Ich war mehrmals im alten Parkstadion und in der widerlichen neuen Sporthalle! Das war wirklich ein großes Vergnügen! Vollgestopfte Straßenbahnen, in denen geraucht wird, auch wenn die Fenster nicht geöffnet werden können. Ach was Fenster! Raus damit! Rotzvolle peinliche Gestalten, die sich selbst bekotzen, 20 Schals am Körper und sinnloses Zeug am brabbeln. Aber auch die ohne Fanklamotten stehen nicht gerade für hohe Intelligenz! Es wird gebrüllt, gespuckt, geschunkelt und getanzt in der Straßenbahn, das die Heide wackelt! Oh welch große Freude da doch aufkommt! Da kann man sich den Besuch im Affenhaus des Zoos direkt sparen! Warum Geld ausgeben, wenn man ein solches Verhalten auch alle 14 Tage live, bunt und in Farbe in Gelsenkirchen erleben kann? Selten eine so große Masse an abgefuckten Leuten gesehen! Da fallen die normalen Leute nicht wirklich auf! Es ist, wie du richtig schreibst, der pure Wahnsinn! Damit und nicht mit dem Kult der 30er-50er Jahre, verbindet man Schalke! Und bei Dortmund ist es nicht viel anders…

http://www.ultras.ws/welche-vereine-sind-fuer-euch-kult-t10917-s112.html

Feb
06

Lebenslange Stadionverbote gefordert

Fußball-Anhänger fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) härtere Strafen und lebenslange Stadionverbote. “Wer die Masse der friedlichen Fans für das Ausleben seiner Gewaltgelüste missbraucht, muss notfalls ein lebenslanges Stadionverbot erhalten”, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der DPolG.

Auch der Innenminister will künftig gewalttätige Fußballfans gesellschaftlich mehr isolieren und aus den Stadien aussperren: “Deshalb sollten Stadienverbote konsequenter und nachhaltiger durchgesetzt werden.” Schon im November hatte sich der Minister für ein lebenslanges Verbot ausgesprochen.

Aus Sicht der Polizei müssen außerdem die Vereine künftig mehr in die Pflicht genommen werden. Die Clubs seien auch für die An- und Abreise der Fußballfans verantwortlich. Denn polizeilich sei das Problem nur schwer zu lösen, da es nicht genügend Beamte gebe, um überall präsent zu sein.

Gewalt in Stadien wird die größte Herausforderung der Fußballverbände in den kommenden Jahren, sagte der DPolG-Vorsitzende. Deshalb fordere die Gewerkschaft “eine Strategie von allen Verantwortlichen, die einerseits konsequent gegen Gewalttäter vorgeht, andererseits die Prävention stärkt.”

Dazu heißt es in dem Positionspapier, dass zeitlich begrenzte Stadionverbote nicht einfach auslaufen dürften. Stattdessen sollen künftig Prognosen darüber erstellt werden, ob ein Betroffener möglicherweise wieder auffällig wird. Denn für manche gewalttätige Fans scheine ein Stadionverbot eher ein Symbol der Anerkennung zu sein, statt eine dauerhafte Abschreckung.

Fazit dieses “genialen Plans” der Polizeigewerkschaft: Weniger arbeiten, mehr Geld – durch noch härtere Strafen gegen Fußballfans. Wurde ja so bereits die letzten Jahre praktiziert – geholfen hat es bekanntlich nichts…

http://www.ultras.ws/lebenslange-stadionverbote-t11116.html

Jan
26

Viele Hansafans haben in den letzten Tagen Stadionverbote bekommen, bis zu 200 an der Zahl sollen es sein. Auf der Webseite der Suptras findet man dazu folgende Information:

Hansafans! In letzter Zeit wurden die dunklen Mächte wieder besonders aktiv und eine abermalige Stadionverbotswelle durchrollt das Hansaland! Dass das alles in der momentanen Situation kein Zufall ist, könnt ihr euch sicherlich denken. Aber trotzdem muss jeder jetzt aktiv werden, der ein Stadionverbot oder eine Vorladung, die ein baldiges Stadionverbot erwarten lässt, erhalten hat! Es geht besonders um das letzte Heimspiel gegen St. Pauli, um Vorfälle auf dem Weg zum Spiel nach Braunschweig aus der letzten Saison und um das Spiel in Dresden aus der letzten Saison. Jeder, der eine Vorladung wegen einem dieser Anlässe oder gleich ein Stadionverbotsschreiben erhalten hat, setzt sich bitte umgehend mit dem Fanprojekt Rostock in der Wismarschen Straße in Verbindung! Besonders dringend ist die Kontaktaufnahme mit dem Fanprojekt für die Fans, die Post aus Dresden bekommen haben!
Kein Stadionverbot ist aussichtslos, es konnte schon vielen geholfen werden! Seht zu!

Die allgemeine Situation ist keine einfache und die vielen neuen Stadionverbote sind nur ein Teil der Problematik. Um vor allem das anstehende Spiel in Bochum und alles weitere bezüglich der aktuellen Situation besprechen zu können, wird es am Samstag nach dem Testspiel gegen den FC Vestsjaelland um 15:30 ein weiteres Treffen für alle Hansafans im Raum geben! [suptras.de]

Jan
20

Zustände wie in Polen – Angst vor Rostocker Hooligans!

Hallo Hansafan,

der Vorstand des F.C. Hansa Rostock hat beschlossen, dass ab sofort nur noch personalisierte Eintrittskarten für Auswärtsspiele verkauft werden dürfen. In Anbetracht des Mehraufwandes für die Abteilung Fanbetreuung bitten wir euch, von telefonischen Anfragen oder Bestellungen abzusehen.

Alle wichtigen Informationen zum künftigen Auswärtskartenverkauf sind im folgenden Text zu finden:

  • Der Verkauf von Auswärtskarten läuft wie gehabt (Bar- und Onlineverkauf) nur über die Abteilung Fanbetreuung (Fanhaus). Eine Gästekasse am Spielort wird es künftig nicht mehr geben.
  • Die Karten werden im Fanhaus mit Namen und einer laufender Nummer bedruckt. Am Spielort wird dann vom Ordnungspersonal am Eingang unter Vorlage eines gültigen Lichtbildausweises die Identität überprüft. Gekaufte Eintrittskarten sind demnach nicht mehr übertragbar.
  • Der angegebene Name wird mit einer vereinsinternen Liste (Stadionverbote, Hausverbote und ähnliches) abgeglichen. Sollte der Name nicht auf der Liste verzeichnet sein, erfolgt die Aushändigung der bedruckten Eintrittskarte.
  • Es können künftig auch weiterhin mehrere Karten erworben werden. Hierzu ist es dann allerdings notwendig, dass der Käufer die Kontaktdaten der Personen hat, da sie dann auf die Eintrittskarte aufgedruckt werden. Bei Onlinebestellungen sind die Namen dann im Feld „Ergänzende Mitteilung“ einzutragen.

Die Personalisierung von Eintrittskarten gilt auch für die Auswärtsdauerkarten (AWDK). Dazu noch ein Paar Hinweise:

  • AWDK-Inhaber, die ebenfalls auf der o.g. Liste zu finden sind, bekommen ihr restliches Guthaben zurück überwiesen und das Konto wird gelöscht.
  • Da die Daten der AWDK auch vereinsintern genutzt werden (zum Beispiel Mitgliederbetreuung etc.) kann das AWDK Konto auch auf Wunsch gelöscht werden. Hierzu bitte eine formlose Kündigung per Mail an sylvia-boelter@fc-hansa.de . Die Faxnummer lautet 0381/ 3770 234. Eure Abteilung Fanbetreuung

http://ostfussball.com/fc-hansa-rostock-nur-noch-personalisierte-eintritsskarten-fuer-auswaertsspiele-1108/

Jan
18

Sport ist Sport – Politik ist Politik!?

CDU, SPD, FDP, Grüne, NPD, Linke, Piraten und wie die ganzen Parteien sonst noch alle so heissen – sind mit Vertretern hin und wieder auch zuweilen in einem Fußballstadion anzutreffen. Darf man deshalb seine politische Meinung mit ins Stadion bringen, um sie dort auszuleben? Viele Ultras fühlen sich mit linken, aber auch rechten Gruppen (Hauptsache am äussersten Flügel) verbunden und zeigen dies deutlich mit Fahnen und Bannern. Natürlich führt so etwas gezwungenermaßen auch zu Konflikten sowie Diskussionen…

Aus dem Forum:

1. Mit Ausnahme von Pauli, TeBe und Babbelsberg tummeln sich überall Vertreter von linken und rechten Idealen, daher ist dein Argument, dass so etwas ein Qualitätsmerkmal albern.
Und da gerade von den drei ausschließlich linken Kurve eine zu den berühmtesten des Landes zählen, sollte man dein Argument eher umgekehrt nutzen.
Welche Kurven europaweit zu den besten zählen und welche man davon in welche politische Schublade pressen kann/muss/sollte, will ich hier nicht beurteilen.
Mir ist so eine Argumentation auch viel zu albern, da man die Stärke einer Szene einfach nicht an ihrer politischen Ausrichtung messen kann. Die alte Mailänder Kurve unter der Fossa hatte genauso ihre Vorzüge wie die heutige Zagreber Kurve unter den BBBs.

2. Fußball ist Fußball und Politik bleibt Politik. Ist klar. Der Spruch ist zu alt, um von Menschen mit Hirn noch ernstgenommen zu werden. Ein politischer Grundkonsens, der alle politischen Meinungen respektiert, ist nämlich ansich schon politisch und funktioniert einfach auch nicht, da es politische Meinungen gibt, die auf der Ablehnung anderer Menschen aufgebaut sind, was ein friedliches Zusammenspiel ausschließt.
Diese minimale Differenzierung sollte doch auch dem letzten populistischen Nazispinner gelingen.

http://www.ultras.ws/gruppen-und-politik-t4631-s296.html

Jan
17

Urteil in 2. Instanz – Keine Strafen wegen ACAB-Banner!

Die Email von RA Benedikt Klas erreichte uns heute morgen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Anhang zu dieser E-Mail sende ich Ihnen ein aktuelles Urteil des LG Karlsruhe.

 

Dieses Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft Revision zum OLG Karlsruhe eingelegt hat. Dennoch kann es meines Erachtens sowohl für Ihre tägliche Arbeit als auch für eine Veröffentlichung/ Erwähnung auf Ihren interessanten Webseiten von Interesse sein.

 

Das Landgericht Karlsruhe hat mit Urteil vom 08.12.2011 (Az.: 11 Ns 410 Js 5815/11) die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen ein freisprechendes Urteil des Amtsgerichts Karlsruhe vom 12.05.2011 verworfen und somit den Freispruch für einen Karlsruher Fan in 2. Instanz bestätigt. Dem Fan wurde vorgeworfen, beim Spiel Karlsruher SC gegen VFL Bochum im Herbst letzten Jahres einen Teil des Spruchbandes “A.C.A.B.” („All Cops Are Bastards“) hochgehalten zu haben. Der damalige Einsatzleiter der Polizei hatte sich hierdurch in seiner Ehre verletzt gefühlt und brachte den Tatbestand zur Anzeige. Strafantrag wurde zudem durch die Karlsruher Polizeipräsidentin Hildegard Gerecke gestellt.

 

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Karlsruhe gegen den bislang polizeilich nicht in Erscheinung getretenen Angeklagten einen Strafbefehl über eine Geldstrafe in Höhe von 25 Tagessätzen, gegen den der Angeklagte durch seinen Verteidiger, den Unterzeichner, Einspruch einlegte. In der darauf folgenden Hauptverhandlung wurde der Angeklagte aus Rechtsgründen freigesprochen. In der mündlichen Urteilsbegründung wies der Richter darauf hin, dass es nicht seine Aufgabe sein, für gutes Benehmen zu sorgen, sondern Straftaten zu verurteilen. Eine strafbare Beleidigung sah er in dem „A.C.A.B. –Banner“ jedoch nicht. Gegen diesen Freispruch legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, die nun von der nächsten Instanz verworfen wurde.

 

Die Staatsanwaltschaft sah in dem Hochhalten des Banners mit der Aufschrift „A.C.A.B.“ eine direkt ausgesprochene strafbare Beleidigung der beim Fußballspiel anwesenden Polizeibeamten und forderte im Plädoyer erneut eine Verurteilung des Angeklagten. Der Unterzeichner als Verteidiger des Angeklagten wies dagegen darauf hin, dass aus dem Kontext deutlich wird, dass hier lediglich in pauschaler und überspitzter Form Kritik an „der Polizei“ als Ganzes geübt werden sollte, da insbesondere Fußballfans häufig Erfahrungen mit unverhältnismäßigen Polizeimaßnahmen machen. So wurden direkt zuvor Spruchbänder mit den Aufschriften „Stuttgart 21 zeigt: Polizeigewalt kann jeden treffen!“ und „BFE-Einheiten abschaffen!“ hochgehalten. Der Unterzeichner machte als Verteidiger des Angeklagten deutlich, dass hier somit allenfalls eine nach der „Soldaten-sind-Mörder-Rechtsprechung“ des Bundesverfassungsgerichts straflose Kollektivbeleidigung vorliegt. Insbesondere wäre es falsch, von einer Individualisierung der Beleidigung auszugehen, nur weil sie zwangsläufig von den im Stadion anwesenden Polizisten gelesen wird.

 

Das Landgericht Karlsruhe schloss sich dieser Auffassung an und hielt den Freispruch des KSC-Fans aufrecht. Das Gericht stellte in der mündlichen Urteilsbegründung fest, dass die Gerichte wenn sich – wie vorliegend – aus dem Kontext und den äußeren Umständen Anhaltspunkte ergeben, die eine andere Deutung als die der Staatsanwaltschaft zumindest als möglich erscheinen lassen, eine zur Bestrafung führende Deutung einer Aussage bzw. eines Banners nur dann zugrunde legen dürfen, wenn sie zuvor die anderen Deutungsmöglichkeiten mit überzeugenden Gründen ausgeschlossen haben, was hier nicht der Fall ist. Alles andere würde gegen das Grundrecht auf Meinungsfreiheit aus Artikel 5 Grundgesetz verstoßen.

 

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung und verbleibe

 

mit freundlichen Grüßen aus Karlsruhe

 

Benedikt Klas, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für IT-Recht

Das folständige Urteil kann hier per PDF heruntergeladen werden!

Jan
16

Zu einem Freundschaftsspiel zwischen den zweiten Mannschaften des VfL Wolfsburg und Union Berlin angereiste Union-Anhänger drangen über Zäune in das Stadion am Elsterweg ein. In der Vereinsgaststätte lieferten sich Fans eine Prügelei. “Da sind die beiden Ultra-Gruppierungen aufeinander geprallt, die Sache wurde mit Stühlen ausgetragen, und die Polizei war mittendrin”, berichtet Einsatzleiter Jens aus dem Bruch.

Die zahlenmäßig deutlich unterlegenen Einsatzkräfte setzten Schlagstöcke ein, um Wolfsburger und Berliner Fans zu trennen. In den angrenzenden Straßen kam es jedoch zu weiteren Zusammenstößen.

Gegen 16.30 Uhr traf Unterstützung aus Goslar, Wolfenbüttel, Gifhorn, Salzgitter, Braunschweig und Hannover in Wolfsburg ein. “Da waren wir wieder in der Lage, selbst zu agieren und das Heft in die Hand zu bekommen”, schildert der Einsatzleiter. “Mit großen Schwierigkeiten ist es uns gelungen, die Berliner wieder zum Bahnhof zu bringen.” Um 18.55 Uhr verließ ihr Zug Wolfsburg.

Aus dem Bruch kündigte Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs, Tragens verfassungswidriger Abzeichen und Sachbeschädigung gegen mindestens 15 Berliner Ultras an. Einer von ihnen hatte den Hitlergruß gezeigt. Auch Wolfsburger Schläger, die von szenekundigen Beamten erkannt wurden, müssen mit Verfahren rechnen.

Die Wolfsburger Polizei hatte aufgrund der Einschätzung der Berliner Kollegen nicht damit gerechnet, dass Union-Fans zu dem Testspiel anreisen würden. Wie es dazu kommen konnte, dass rund 60 Ultras in der Hauptstadt unbemerkt in den Zug stiegen und die Wolfsburger Polizei erst eine halbe Stunde vor ihrem Eintreffen in Kenntnis gesetzt wurde, sei noch zu klären, sagte aus dem Bruch.

mehr – http://www.ultras.ws/viewtopic.php?t=11020&highlight=