Red Bull – Fluch oder Segen
Red Bull – Fluch oder Segen
Der Blogschreiber von http://bonjourtristesse.wordpress.com hat sich die Mühe gemacht, ein paar Gedanken zum Thema Red Bull in Leipzig zu veröffentlichen. Kleine Anmerkung: Ultras.ws hat 11584 registrierte Benutzer.
Auszug
[...] Im Forum der Website „ultras.ws“, das mit mehr als 7.000 angemeldeten Mitgliedern Repräsentativität für die Ultra- und Hooligan-Szene für sich beanspruchen kann, entwickelte sich innerhalb von vier Monaten ein 100-seitiger Thread. Dort wird nicht nur schadenfroh über die Aktionen gegen den Rasen, die Mannschaft und die Fans berichtet. Der Hauptzweck des Threads scheint vor allem zu sein, sich gegenseitig seiner Abneigung gegen den „Retortenverein“, der offenbar nicht so natürlich gewachsen ist, wie alle anderen, zu versichern. Üble Gewaltphantasien gegen die „Red-Bull“-Fans – „Erfolgsfans“, „das sind alles bezahlte Studenten, denen der Kopf gewaschen gehört“, „Bonzenpack“ usw. –, Boykott-Aufrufe und Kampfansagen an Kommerz und „Ausverkauf“ gehören dabei ebenso dazu, wie die immergleiche und unsinnige Behauptung, dass man Emotionen nicht kaufen könne. (In die gleiche Kerbe schlug auch eine Gruppe linker Fußballfans, die die Angriffe auf „RB Leipzig“ im Leipziger Szeneblättchen „CeeIeh“ zwar verurteilte und sich zum Support des Vereins bekannte, sich im gleichen Atemzug aber – was kümmert uns die Konsistenz unseres eigenen Geschwätzes – über die Kommerzialisierung und den Ausverkauf des Fußballs empörte.) Paranoid mutet die Angst an, die viele Fußballfans umtreibt, die befürchten, „ihr Sport“ werde durch einen einzelnen, wenn auch etwas anderen Verein zerstört.
Auf einer Anti-„Red Bull“-Seite, die von Anhängern des „1. FC Lokomotive Leipzig“ betrieben wird, fürchtet man gar um den Ruf der Stadt und Deutschlands. Dort befindet man, dass der „Dosenfabrikant […] nichts in Leipzig zu suchen“ habe. Die Gegner des „Projektes Rasenball“ einigt ein Ressentiment, das an die antisemitische „Heuschrecken“-Metaphorik erinnert, die die Landsleute gern bemühen, wenn (ausländische) Raffgier deutsche Kultur angeblich zu zerstören droht.
„Gegen den modernen Fußball“[...]
hier gefunden: http://www.ultras.ws/hetze-gegen-anti-rb-kampagne-t7329.html
Kommentar aus dem Forum:
Da bin ich auch bei Dir, sehe ich ja auch so. Aber das Thema Ostvereine ist da noch n bissl komplexer, denn die wurden echt verarscht vom westdeutschen Fußball und das sag ich als “Wessi”. Auch heute noch, denn warum gibt es nur drei Regionalligen, eine West, eine Süd und eine Nord-Ost? Man könnte auch vier Ligen machen, damit ein Ostverein pro Jahr auch aufsteigen kann.
Es kommt ja auch hinzu, dass die ersten Mannschaften der Profivereine genau diesen Clubs die Startplätze wegnehmen, denn wenn ich sehe, dass Wob II dem CFC den Platz streitig macht, kommt mir die Galle hoch…
Das ist aber ein anderes Thema und hat nichts mit Red Bull zu tun und in der Tat mache ich es mir einfach, wenn ich sage, dass diese Retortenclubs allein dafür verantwortlich sind, aber ich habe lieber die alten ostdeutschen Clubs, die immer noch saustarke Szenen haben, die ihre Clubs trotzallem lieben und vergöttern, da geht es um mehr als um Fußball, diese Clubs sind mir lieber, als RB, Hopp, VW, Bayer und alles andere was da noch kommen wird.
RB Leipzig hat keinen Verdienst, versuchen es genau mit dem Argument, was Du angebracht hast. Das ist pure Heuchelei an der Fußballtradition und an all dem was damit zusammen hängt, der echten Verbundenheit, der Liebe zum Verein, das ist übrigens auch Heuchelei gegenüber all den “Fans”, die dieses Projekt annehmen, denn die sind nur Mittel zum Zweck, ein Teil einer riesigen Marketingstrategie und checken es nicht…
Wer das nicht kapiert, nur schönen Fußball sehen möchte, der versteht auch nichts von uns und wird es nie verstehen. Für mich ist mein Verein wichtiger als alles andere, der Fußball ist nur nebensächlich und Leute wie ich, lassen sich das nicht nehmen und überall da wo Liebe ist, ist auch Hass gegen dieses Geschäft…
Derbysieg der DerbyBlog – Alles andere ist nur Fußball
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